Social First in Zeiten von Social Distancing: Die Social Media Trends 2021

Von Nina Probst | Digitale Arbeitswelt

Mai 10

Aus Sicht der Online Marketing Manager ist 2021 in vielerlei Hinsicht ein sehr aufregendes, innovatives aber auch kontroverses Jahr. Während in der realen Welt weiterhin Social Distancing angesagt ist, kommen die Menschen in den Sozialen Netzwerken verstärkt zusammen. 8,5 Social Media Accounts haben die Nutzer im Schnitt und sind dort 144 Minuten am Tag online. Dabei ist die Zahl der Nutzer weltweit um 453 Millionen gestiegen von Oktober 2019 bis Oktober 2020.[1]

Die vier Cs des Social Media Contents

Und natürlich dreht sich auch online vieles um COVID-19 und seine Auswirkungen. Daher gilt es im Marketing – auch in den kommenden Jahren – den Content auf die vier Cs auszurichten:

  • Community (Gemeinschaft)
  • Contactless (kontaklos)
  • Cleanliness (Hygiene)
  • Compassion (Mitgefühl)

Wer seine Kunden gut kennt, kann mit den entsprechenden Themen an das anknüpfen, was sie täglich bewegt. Nutzen Sie die vier Cs, um die Verbindung zu Ihrer Community auszubauen und eingebettet in die viel diskutierten Themen Ihre Key Message zu platzieren. Aber Achtung: Aufdringliche und plump platzierte Werbe-Botschaften funktionieren gerade in Pandemie-Zeiten nicht. Gehen Sie damit feinfühlig um.

Die beliebtesten Netzwerke sind weltweit Facebook und Instagram, in Deutschland folgen dahinter die Karriere-Portale Xing und LinkedIn. Vor allem mobil werden dort die Inhalte konsumiert, geteilt, kommentiert. Während jedes Netzwerk auch eigenen Regeln folgt, kristallisieren sich auch übergreifende Trends für 2021 und die kommenden Jahre heraus – von Memes über Social Gaming bis Vertical Video.

Memen Sie schon?

GIFs und Emojis waren gestern. Memes sind heute. Vor allem bei der jüngeren Generation sind sie beliebt: Mehr als die Hälfte der 13- bis 35-Jährigen sendet jede Woche Memes.[1] Wenn Sie Ihre Markenbotschaften mit Memes verbinden, können Sie so eine breitere Zielgruppe erreichen und mit Ihren Inhalten viral gehen. Außerdem kann es helfen, von anderen Nutzern generierte Memes über Ihre Kanäle zu teilen, wenn diese zu Ihnen passen und bereits eine hohe Reichweite haben. Aber Achtung: Prüfen Sie genau, ob die Memes – ob nun selbst erstellt oder geteilt – auch wirklich das aussagen, was sie möchten. Wenn nicht, kann es schnell zu einem „Shitstorm“ in den sozialen Medien kommen. Was außerdem ein wichtiges Thema im Zusammenhang mit Memes ist, sind Falschinformationen, die die Denkweise der Nutzer beeinflussen können. Achten Sie daher mittels Bilderkennung darauf, ob und wo Ihre Marke für Memes verwendet wird.

Hilfreiche Quellen, auf denen Sie Memes finden oder sich inspirieren lassen können:

  • Reddit
  • 9GAG
  • Pinterest
  • Quickmeme
  • KnowYourMeme
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Mit Social Gaming ins nächste Level

Bestimmt wurden auch Sie auf Facebook und Co. schon einmal eingeladen, gemeinsam ein Spiel zu spielen. Social Games wie Dorfleben oder Quizduell haben gerade in Pandemie-Zeiten einen Aufschwung erlebt, wie die gesamte Gaming-Branche.  Allein in Deutschland ist die Zahl der Personen, die sich selbst als Gamer bezeichnen zwischen August 2019 und Juli 2020 um 32 Prozent auf 41,2 Millionen gestiegen.[1] Dadurch haben sich zahlreiche Communities entwickelt, die auch für Sie eine neue Zielgruppe darstellen können. Werden Sie Teil dieser Communities in den Sozialen Netzwerken und lernen Sie, diese zu verstehen. Platzieren Sie dort wenn möglich Ihre Markeninhalte oder verknüpfen Sie Ihre Inhalte mit eigenen inaktiven Spielideen. Eigene Social Games können wiederum Plattform für die Werbebotschaften anderer Unternehmen bieten und dadurch eine neue Einnahmequelle generieren.

Besonders hilfreich sind Social Games in Bezug auf die Kundenbindung: Wer Spaß hat, tritt gerne mit Ihnen und Ihrer Marke in Kontakt. Und gerade Belohnungssysteme und Wettbewerbe binden die Nutzer langfristig an das Unternehmen.

9:16: Alles aus der richtigen Perspektive

Hochformat ist in den Sozialen Netzwerken in Sachen Videos mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Man spricht von Vertical Video. Warum das 9:16-Format dort so gut ankommt, dürfte wortwörtlich auf der Hand liegen: Die meisten Smartphone-Nutzer halten das Gerät hochkant. Wer also vertikale Videos produziert gilt längst nicht mehr als unprofessionell, sondern als Nutzer orientiert. Während Netzwerke wie TikTok von Anfang an auf dieses Format gesetzt haben, sind Facebook und Instagram mittlerweile auf diese Perspektive umgestiegen. Auch YouTube bietet Funktionen in 9:16 an und Google Fotos erstellt Videos ebenfalls nur noch im Hochformat.

Klar, nicht alles ist auch positiv an diesem Trend. So ist unser Sichtfeld grundsätzlich eher horizontal ausgerichtet und vertikale Videos müssen daher nun ganz anders konzipiert werden. Wichtig dabei: Denken Sie jeden Social Media Kanal neu und richten Sie Ihr Video auf die jeweilige Zielgruppe und Funktion aus. Nutzen Sie zum Beispiel interaktive Sticker, Umfragen und Call-to-Actions in ihren Videos bei Facebook und Instagram. Die vertikale Ausrichtung bietet dazu meist genügend Platz. Optimieren Sie gerade in diesen Kanälen die Videos auch dazu, dass Sie ohne Ton betrachtet werden können. Dabei können auch Untertitel hilfreich sein. Grundsätzlich gilt bei Videos auf Social Media: Sie müssen nicht hochprofessionell erstellt sein, vielmehr ist wichtig, dass sie emotional und empathisch wirken und den Nutzer zu Interaktion anregen.

Tools für die einfach Erstellung solcher Videos sind beispielsweise:

  • Lumen5
  • Animoto
  • Shakr
  • InShot
  • Split Video
  • Mojo
Mehr Video-Tipps gibt’s in unserem Kompakt-Kurs Visueller Content für Social Media

Social First: Mit dem richtigen Konzept zum Ziel

Die bereits genannten Trends zeigen deutlich: Die Corona-Pandemie hat der Social Media Branche bislang nicht geschadet. Im Gegenteil. Die dadurch beschleunigte Digitalisierung bietet zahlreiche neue Möglichkeiten, Zielgruppen und Ideen. Was aber gleichbleibt: Ohne Strategie geht nichts. Wer also in Social Media aktiv ist oder aktiv werden möchte, sollte sich genau überlegen, welche Ziele er verfolgt und mit welchen Mitteln und Wegen er diese erreichen kann. Einfach mal drauf los posten funktioniert schon lange nicht mehr. Aus der Vielzahl an Plattformen sollten Sie sich zudem ein paar wenige herausgreifen, auf denen Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen und die mit Ihrem Unternehmen am besten in Einklang stehen. Sie können nicht auf allen Plattformen von TikTok bis Twitter erfolgreich zu sein.

Grundsätzlich gilt: Integrieren Sie Social Media fest in das Kommunikationskonzept und denken Sie ruhig öfter mal Social First.

Quellenangaben
[1] https://blog2social.com/docs/social-media-studie-2021.pdf
[2] https://www.ypulse.com/article/2019/03/05/3-stats-that-show-what-memes-mean-to-gen-z-millennials/#:~:text=55%25%20of%2013%2D35%2D,sending%20them%20every%20single%20day.
[3] https://www.talkwalker.com/resource/report/social-media-trends-de-2021.pdf

Über den Autor

Nina Probst ist freie Autorin mit dem Fokus auf Themen aus dem Sport. Nach dem Volontariat hat sie im Corporate Publishing gearbeitet und dort von Social Media bis Blog verschiedene Unternehmen bei der Kommunikation unterstützt. Als Chefredakteurin von Sportfrauen.net leitet sie dort die Social Media Aktivitäten und verfolgt immer die neusten Trends.