Hashtags – 5 praktische Tipps für Facebook, Instagram und Co.

Von Fabian Schudy | Digitale Arbeitswelt

Okt 15

Hashtags können im Online-Marketing vielseitig verwendet werden. Sie sind in jeder denkbaren Branche nutzbar und steigern mit vermeintlich geringem Aufwand die Interaktions- und Engagement-Rate. In diesem Beitrag präsentieren wir euch fünf Tipps und zeigen, was ihr auf jeden Fall beachten solltet, wenn den Hashtag in eure Marketing-Strategie einbauen möchtet. Außerdem findet ihr eine ganze Vorlesung zum Thema Hashtags in unserem Lehrgang zum Social Media Manager

1. Die Anzahl der Hashtags

Weniger ist mehr – dieses altbekannte Sprichwort kann in jeder Hinsicht als goldene Regel der Hashtag-Erstellung bezeichnet werden. Jeder kennt die berüchtigten Text-Wolken, die aus inhaltlich leeren Hashtags wie #instagood, #instalike oder #follow4follow bestehen. Diese gewinnen nicht nur keinen Schönheitspreis, sondern können langfristig gesehen sogar schädlich für die Reichweite der eigenen Seite sein. 

Zunächst hilft jedes Hashtag, eine größere Reichweite zu generieren. Auch wenn ich eines der oben genannten verwende, werden meine Posts trotzdem an mehr Stellen ausgespielt, als wenn ich sie nicht benutzen würde. In der Theorie bedeutet dies, dass ich einfach irgendwelche Hashtags setzen kann, um mehr Reichweite zu erzeugen, oder? Es kann ja nicht schaden, richtig? Leider ist dies nicht der Fall.

Wenn ein User einen Beitrag sieht, mit diesem aber nicht interagiert, stuft die jeweilige Plattform den Post als irrelevant ein und wird nachfolgende Posts weniger häufig ausspielen. Aus diesem Grund sollten nicht nur die oben genannten Beispiele, sondern auch inhaltlich sehr breit gefächerte Hashtags wie #sport in der Regel vermieden werden.

Wie viele Hashtags letztendlich verwendet werden, kommt auf die jeweilige Plattform an. Der Trend ist jedoch überall der gleiche: Die Anzahl der empfohlenen Hashtags nimmt ab. Natürlich sind sie insbesondere auf Instagram weiterhin ein wichtiges Instrument in der Content-Erstellung, jedoch sollte auf eine durchdachte Auswahl geachtet werden.

2. Die richtige Hashtag-Länge

Sind sie zu lang, liest sie sich niemand mehr durch – und die Fehleranfälligkeit ist auch noch höher. Nichts ist bedauerlicher als wenn man ein tolles Hashtag konzipiert, einige Follower es jedoch nicht richtig reproduzieren. Um dem entgegenzusteuern, sollte auf kurze und knappe Hashtags gesetzt werden, denn auch hier gilt das Motto: In der Kürze liegt die Würze.

Doch was heißt lang und aus wie vielen Zeichen sollten meine Hashtags bestehen? Hier gehen die Meinung auseinander. Für den deutschsprachigen Raum gibt es leider keine aussagekräftigen Studien, die belegen, wie viele Zeichen optimal sind, während man im englischsprachigen Raum die Ansicht vertritt, dass ein Hashtag nicht mehr als 14 Zeichen haben sollte. Ob diese Zahl ohne Weiteres auf deutschsprachige Posts übertragen werden kann, ist umstritten. Sie stellt allerdings eine nützliche Orientierung dar, wenn ihr euch mal fragen solltet, ob eines eurer Hashtags vielleicht zu lang sein könnte.

3. Kreative Hashtags

Hashtags müssen nicht nur kurz, sondern auch einprägsam sein. Ihr wollt, dass sie zu euch und eurer Corporate Identity passen. Ähnlich wie ein Slogan kann ein Hashtag das Flaggschiff eurer Kampagnen sein, weswegen es wichtig ist, eurer Kreativität freien Lauf zu lassen und Wortspiele oder einen Bezug zu aktuellen politisch oder gesellschaftlich relevanten Thematiken einfließen zu lassen.

Doch nicht nur das Hashtag an sich kann kreativ sein, sondern auch, wie es in euren Beitrag eingebaut ist. Während viele Unternehmen lediglich ein Wort zu einem Hashtag machen, ist es auch möglich, ganze Phrasen umzuwandeln. UNICEF liefert tolle Beispiele dafür, wie Hashtags kreativ in den eigenen Text eingebaut werden können:

Hashtags bei Unicef

Natürlich wäre es auch möglich gewesen, das Hashtag #fürjedesKind vor oder hinter den eigentlich Text des Beitrags zu setzen. Im Text selbst wird es allerdings durch seinen kreativen Einbau hervorgehoben und fällt eher ins Auge.

4. Was tun bei Hashjacking?

Stellt euch vor, ihr habt endlich ein tolles Hashtag gefunden, das sämtliche Voraussetzungen erfüllt und perfekt zu euch passt. Ihr schmückt eure Beiträge damit und hofft, dass eure Fans und Follower es auch verwenden und teilen. Nach einigen Tagen überprüft ihr den Stand der Dinge und freut euch zunächst, dass euer Hashtag tatsächlich gut anzukommen scheint. Kurz darauf folgt jedoch das böse Erwachen: Die Beiträge haben gar nichts mit eurem Unternehmen zu tun!

Bevor ihr ein Hashtag in die Welt setzt, solltet ihr unbedingt darauf achten, dass es nicht bereits anderweitig verwendet wird. Andernfalls kann es passieren, dass größere Unternehmen das Hashtag bereits verwenden und ihr in der Masse untergeht – im schlimmsten Fall helft ihr damit sogar der Konkurrenz.

Auch solltet ihr darauf achten, dass euer Hashtag nicht im Nachhinein übernommen wird. Dieser Prozess wird Hashjacking genannt und bezeichnet die Zweckentfremdung eines ursprünglich hilfreichen Hashtags, um dem jeweiligen Unternehmen zu schaden. So sollten unter dem Hashtag #McDStories ursprünglich positive Erfahrungen der Lieferanten der Fast-Food-Kette aufgezeigt werden. Im Endeffekt hashjackte die Twitter-Community dieses Hashtag jedoch, indem sie negative Erfahrungsberichte über McDonald’s posteten:Hashtags Depresses Skleteon

Solltet ihr mal Opfer eines Hashjackings sein, gibt es leider nicht viel, was ihr machen könnt. Je nach Ausmaß ist es zwar möglich, die Situation wieder in den Griff zu kriegen. In den meisten Fällen ist der Kampf jedoch vergebens und die Suche nach einem neuen Hashtag weniger aufwändig als der Versuch, euer Hashtag zurückzuerobern.

5. Interaktion mit dem Publikum

Ihr habt es geschafft, ein kreatives Hashtag zu entwickeln, das zudem eine angemessene Länge hat und nicht bereits von der Konkurrenz verwendet wird? Herzlichen Glückwunsch! Doch eure Arbeit ist noch lange nicht beendet. Sucht aktiv nach Nutzern, die euer Hashtag verwenden, und tretet mit ihnen in Kontakt. Kommentiert ihre Beiträge und teilt sie, wenn sie entsprechend kreativ und individuell sind. Mit aktivem Community Management zeigt ihr nicht nur, dass euch eure Fans wichtig sind, sondern erhöht gleichzeitig noch die Relevanz eures mühsam erarbeiteten Hashtags!

Über den Autor

Fabian Schudy hat Linguistik studiert und ist als Online-Tutor bei der Social Media Akademie zuständig. Er hat seine Masterarbeit über Form und Funktion von Hashtags im Bereich Werbung geschrieben und ist gefragter Referent auf Fachtagungen zum Thema Online-Kommunikation.