So nutzen Sie Instagram Stories für Ihr Unternehmen

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Apr 23
Comic Geschhäftsmann kreiert Instagram Stories

Seit November letzten Jahres hat Instagram das sogenannte Story-Feature eingeführt, bei dem User nun auch für einen begrenzten Zeitraum verfügbare Videos mit ihren Abonnenten teilen können.
Dies basiert auf einem etablierten Prinzip und ist vergleichbar mit dem Konzept von Snapchat. Welche Vorteile Sie bei der Arbeit der Social Media Manager mit Instagram Stories haben, was sich genau hinter dem Format verbirgt und wie Sie die Geschichtchen für Ihr Unternehmen nutzen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

 

Grundlagen, Funktion und Hintergründe der Instagram Stories

Stories sind kurze Videos (oder in seltenen Fällen auch Fotos), mit denen User des Netzwerkes Ihre Inhalte der letzten 24 Stunden, aktuelle Geschehnisse oder Live-Videos teilen können. Die Idee dahinter ist etwas anders als das Fotoalbum-Prinzip von Instagram, denn die Stories werden eher als ein kleiner Einblick in den Tag verstanden und haben durch ihre Kurzlebigkeit einen gewissen Eventcharakter.
Die Instagram Stories sind die Antwort auf den Erfolg von Snapchat und das Format dieser kurzen Videos ist vor allem bei jungen Usern beliebt.
Vom Instagram Startbildschirm aus ist die Stories-Funktion über den Button oben links (Deine Story) verfügbar, daneben befinden sich Stories aller abonnierten Feeds. Auch ein Swipen nach rechts schaltet in die Vollbildanzeige für die Aufnahme.
Das Einstellen einer Story aktiviert sogleich die Kamerafunktion, es können kurze Videos bis zu 60 Sekunden (Instagram erhöhte die Maximallänge erst im März) aufgenommen werden.
Der Aufnahmeknopf muss der gesamten Aufnahmedauer gehalten werden, die Ausnahme hiervon ist der Freihandmodus, der als separater Aufnahmemodus zur Verfügung steht. Ein einfacher Druck auf die Aufnahmetaste hingegen macht nur einen kurzen Schnappschuss. Direkt neben der Aufnahmetaste können Sie zwischen der Front- und der Rückkamera hin und her schalten.
Zusätzlich zur Standardaufnahme stehen Ihnen zwei weitere Funktionen zur Verfügung. Mit Live-Videos können Sie für kurze Zeit einen direkten Stream starten und mit der Boomerang-Funktion (auch aus der gleichnamigen App bekannt) schalten Sie kurze Videos in eine Schleife. Die so entstehenden Loops sind witzige Videos und funktionieren ähnlich wie ein animiertes GIF.
Durch ein Aufwärts- oder Abwärtswischen im Aufnahmebildschirm können Sie zudem die acht zuletzt aufgenommenen Fotos aus Ihrer Mediathek zu Ihren Stories hinzufügen.
In den Funktionen können Sie Personen vom Zugriff auf Ihre Stories verbannen.
Unbedingt beachten sollten Sie das automatische Löschen der Stories nach 24 Stunden. Nach dem Upload beginnt der Timer, so dass Abende mit mehreren Stories am nächsten Tag Stück für Stück verschwinden.
Ist eine Story erst einmal hochgeladen, so können Sie diese zu Ihrem regulären Feed hinzufügen oder aber für die spätere Nutzung auf Ihrem Gerät speichern.
Beim Betrachten von Stories können Sie entweder per Klick von Story zu Story navigieren oder durch einen Swipe durch die User scrollen. Aufgeführt werden Stories nach Aktualität – wer also in höherer Dichte Stories veröffentlicht, erhöht seine Sichtbarkeit.

Instagram Stories raffinieren – so bearbeiten Sie die Mini-Anekdoten

Instagram ist eine App, die vor allem durch die Filter zu ihrer Popularität kam, dieses Feature findet natürlich auch bei den Stories Verwendung. Nachdem Sie ein Foto oder Video aufgenommen haben, scrollen Sie durch ein Wischen nach links und rechts durch die verfügbaren Filter, die Auswahl ist hier etwas eingeschränkter als bei der Bildbearbeitung und zusätzliche Möglichkeiten der Verfeinerung gibt es nicht. Die wichtigsten Filter wie Schwarz-Weiß, Orange-Teal oder Retro-Looks stehen Ihnen aber dennoch zur Verfügung.
Zusätzlich können Sie Ihre Stories mit Emojis oder Text kommentieren und so etwas Kontext geben. Das ist auch für Marketingmaßnahmen eine tolle Gelegenheit und oft einem eingesprochenen Kommentar vorzuziehen, denn viele Nutzer konsumieren die Stories eher lautlos oder scrollen blitzschnell von Story zu Story.
Neben Text und Emojis sind auch Zeichnungen erlaubt, hierzu erlaubt Instagram eine Auswahl an Stiftbreiten und Farben. Zwar lässt sich nicht immer die zum Corporate Design passende Farbe auswählen, aber die Auswahl ist groß genug, um Aufmerksamkeit zu erregen oder einen Schriftuntergrund für bessere Lesbarkeit zu schaffen. Auch das von Snapchat bekannte Ins-Bild-Kritzeln ist natürlich eine Option.
Derzeit noch etwas schwierig gestaltet sich das direkte hinzufügen von Links. Instagram experimentiert bei den Stories noch damit, Links auf weiterführende Seiten zuzulassen. Das Feature steht zwar bereits einigen Accounts (den verifizierten Accounts mit dem blauen Häkchen) zur Verfügung, alle anderen User müssen jedoch noch auf externe Verlinkungen warten.
Einfacher hingegen ist das Erwähnen von anderen Instagram Accounts. Diese müssen lediglich mit einem @ in den Fließtext hinzugefügt werden und anschließend werden die Namen automatisch hervorgehoben. Ein einfacher Klick auf den Link öffnet dann den zugehörigen Account.
Etwas schwieriger zu bemessen, sind derzeit noch die Interaktionen. Instagram erlaubt im Moment nur einen Blick auf die Zahl der Views, Likes gibt es nicht. Die einzige Möglichkeit, direkt mit den Urhebern der Stories in Kontakt zu treten, ist die Nachrichtenfunktion. Nutzen Sie die Stories geschäftlich für Ausschreibungen oder Rabattaktionen, so können Sie über die Nachrichtenfunktion aber einen direkten Call-to-Action einfügen.

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Snapchat und Facebook Stories – Unterschiede, Vorteile und Konkurrenz

Stories laufen indes auch auf Facebook und dem Messenger, dies ist wenig verwunderlich, da Instagram zu Facebook gehört. Richtig angelaufen sinddie Facebook Stories trotz ähnlicher Funktionalität noch nicht. Nur wenige User nutzen das Stories-Feature auf Facebook, zumal das Netzwerk auch traditionell noch oft im Browser und nicht als App genutzt wird. Dort spielen Stories auch aus technischen Aspekten derzeit noch keine Rolle. Richtig gelungen wirkt die Präsentation der Facebook Stories derzeit noch nicht.
Außerdem setzt Facebook hier stärker auf Filter und Promo-Aktionen, dies machte Snapchat bereits vor. Gerade Snapchat ist technisch spektakulär, Gesichter können getauscht und Masken aufgesetzt werden. Dies funktioniert beeindruckend gut und macht die Snaps oft zu sehr skurril bizarren Kunstwerken, geht jedoch auf Kosten der Glaubwürdigkeit.
Instagram hingegen liefert einen sehr direkten Einblick in den Alltag und erlaubt eine unkomplizierte Sicht auf die Geschehnisse eines Tages. Außerdem ist das Feature auf Instagram bereits gut angelaufen und die Filter-App hat (im Gegensatz zu Snapchat) nicht nur sehr junge User.

Instagram Stories als Marketingtool – wie Sie Storytelling für Ihr Unternehmen nutzen

Stories sind eine tolle Ergänzung im Portfolio der Social Media-Arbeit, denn die Inhalte bieten gerade durch ihre kurze Verweildauer online einenVorteil gegenüber permanenten Formaten.
Da Abonnenten gewissermaßen gezwungen sind, die Stories anzusehen oder sie zu verpassen, wird jede einzelne Story zum Event. Das Flüchtige des Formats macht es so besonders, es ist eher als tägliche Chronik zu verstehen.
Besonders gut funktionieren Stories, wenn Sie die Stärken des Formats nutzen und nicht versuchen, Ihren eigenen Feed zu kopieren. Mit Live-Videos können Sie etwa tolle Einblicke in Ihren Alltag, Ihre Arbeit, neue Releases oder Events liefern, um stärkeres Engagement bei Ihren Abonnenten hervorzurufen. Sie bieten über die Instagram Stories etwas Besonderes, etwas Einmaliges und geben durch das Live-Format Fans rund um den Globus die Möglichkeit, bei Veranstaltungen vor Ort zu sein.
Mit Stories können Sie außerdem Einblicke in die aktuelle Arbeit Ihres Unternehmens oder neue Projekte gewähren und einmalige Blicke hinter die Kulissen bieten. Wichtig ist, dass Sie sich menschlich und nahbar geben und auch in der Lage sind, den aufpolierten Glanz einer Social Media-Kampagne zugunsten eines menschlicheren Storytelling aufzugeben.
Natürlich können Sie die Stories auch für zeitlich limitierte Aktionen nutzen. Schalten Sie etwa einen Rabatt in Ihrer Filiale oder Ihrem Onlineshop, so kann dieser mit der Story auslaufen. Gleiches gilt für Gewinnspiele.
Und natürlich funktionieren witzige Videos besonders gut. Snapchat und vormals Vine haben Menschen zu Stars gemacht, die die Kürze des Formats nutzen konnten und mit pointierten Geschichten Menschen begeistern konnten. Ein Scherz oder ein augenzwinkernder Kommentar haben höhere Chancen, Menschen zu begeistern. Wollen Sie Kultstatus für Ihre Kampagne, so versuchen Sie es mit Boomerang-Loops und knappen Einwürfen.
Und natürlich sind auch Begegnungen die ideale Gelegenheit für eine Story, um auch die Fans anderer Unternehmen, Unternehmenspartner oder Kollegen zu involvieren.
Abschließend sei noch einmal empfohlen, die Videos kurz zu halten. Auch wenn Instagram die Höchstdauer der Stories erst kürzlich erhöht hat, bietet sich dieses Format eher für Mikrovideos an. Es bleibt anzuzweifeln, ob die Aufmerksamkeitsdauer bei den Instagram Stories tatsächlich eine Minute anhält. Kürzere Schnipsel haben eine höhere Chance, nicht übersprungen zu werden und so kommunizieren Sie Ihre Message.
Einen weiteren Vorteil haben die Stories noch gegenüber klassischem Social Media-Marketing: Sie sind vergebend. Auch weniger gelungene Stories verschwinden nach 24 Stunden.

24 Stunden sind ein Tag

Mit Instagram Stories können Sie direkt und spontan mit Ihren Fans kommunizieren. Der Fokus liegt hier weniger auf Etiketten und Perfektion, sondern auf Nahbarkeit und Eventcharakter.
Nutzen Sie die Stories, um einen ganz besonderen Kontakt aufzubauen und zu zeigen, was Ihre Arbeit derzeit so bringt und wie sich Ihr Unternehmen entwickelt.
Die Stories sind dabei wie ein Live-Event auf dem Smartphone, sie sind etwas Besonderes, an dem man teilhaben möchte.

 

 

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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