
Video-Marketing wirkt messbar im B2B: 93 % der Videomarketer berichten von besserem Produktverständnis und höherer Markenbekanntheit, über 80 % erzielen mehr Webtraffic und Leads. Reichweite ist dabei weniger entscheidend als Relevanz!
Strategie, Fokus und Konsistenz schlagen Perfektion: Erfolgreiches Video-Marketing basiert auf klaren Zielen, einer zentralen Kernaussage pro Video und regelmäßiger Veröffentlichung. Optimal sind meist kurze Formate sowie Serien anstatt überladener Einzelvideos.
Video-Marketing ist keine Budgetfrage: Smartphones, kostenloses Licht, klarer Ton und Tools wie CapCut, OBS oder Plattform-Analytics reichen aus. Entscheidend sind einfache Workflows, eine aktive Distribution über mehrere Kanäle und die Einbettung in bestehende Inhalte wie Blog und Newsletter.
Video-Content-Marketing hat sich vom Trend zum festen Bestandteil digitaler Kommunikation entwickelt. Plattformen priorisieren Bewegtbild, Nutzerinnen und Nutzer konsumieren Inhalte zunehmend mobil, und Algorithmen belohnen Formate, die Aufmerksamkeit binden.
Gleichzeitig stehen viele Content Creators vor denselben Fragen: Wie lässt sich die Reichweite steigern? Welche Tools sind sinnvoll? Und wie funktioniert Video-Marketing auch mit begrenztem Budget? Ziel ist es, Video-Marketing strategisch einzuordnen, praktikable Ansätze zu zeigen und Orientierung im Tool-Dschungel zu geben. Verständlich, praxisnah und ohne akademischen Ballast.
B2B Video-Marketing strategisch denken – nicht nur operativ handeln
Viele Video-Strategien entstehen aus Aktionismus. Neue Plattform, neues Format, neue Erwartungen – und schon wird produziert. Was häufig fehlt, ist der strategische Rahmen. Eine tragfähige Video-Marketing-Strategie basiert auf drei Grundfragen:
- Für wen entstehen die Inhalte?
- Welches Ziel verfolgen sie?
- Welche Rolle spielt Video im gesamten Marketing Mix?
Video im B2B Marketing ersetzt andere Formate nicht automatisch. Es ergänzt sie. Wer Blog, Newsletter, Social Media und Video im Unternehmen zusammendenkt, kann Content mehrfach nutzen und konsistent erzählen. Gerade für kleinere Teams und Solo-Selbstständige ist diese Verzahnung entscheidend.
Interne Akzeptanz schaffen: Warum Video im Unternehmen mitgedacht werden muss
Eine der größten Hürden im B2B Video-Marketing liegt weniger in Technik oder Budget, sondern in der internen Akzeptanz. Laut der Video-Marketing-Statistik von Wyzowl werden Videos in Unternehmen häufig als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen, nicht als strategisches Kommunikationsinstrument: Die meisten Befragten gaben an, dass Video-Content grundsätzlich nicht nötig sei (24 %), er zu teuer wäre (ebenfalls 24 %) oder schlichtweg die Zeit für die Produktion fehlte (19 %). Entsprechend zögerlich fällt der Einsatz aus – oder er bleibt auf Einzelinitiativen beschränkt.
Akzeptanz im Unternehmen entsteht dort, wo Video als Unterstützung verstanden wird: für Vertrieb, Beratung, Social Media Recruiting oder interne Kommunikation. Kurze Erklärvideos können wiederkehrende Fragen vorab klären, Einordnungen liefern oder Projekte nachvollziehbar machen. Das entlastet Teams und schafft ein gemeinsames Verständnis – intern wie extern.
Wichtig ist, Video nicht als Sonderformat zu behandeln. Wird es von Beginn an in bestehende Kommunikationsprozesse eingebunden, sinkt die Hemmschwelle. Ein klar definiertes Ziel, überschaubare Formate und realistische Produktionsanforderungen helfen, Vorbehalte abzubauen. Niemand muss „vor die Kamera gezwungen“ werden. Unterschiedliche Rollen im Prozess – Inhalt, Redaktion, Freigabe – erleichtern den Einstieg.
Langfristig steigt die Akzeptanz, wenn Video verlässlich eingesetzt wird und sichtbar Mehrwert schafft. Nicht jedes Video muss Reichweite erzielen. Entscheidend ist, dass es intern verstanden, genutzt und weiterempfohlen wird. So wird Video Schritt für Schritt Teil der Kommunikationskultur und nicht bloß ein weiteres Tool.
Ziele des Unternehmens klären: Reichweite ist nicht alles
Bevor an Formate oder Tools gedacht wird, lohnt sich eine Zielklärung. Typische Ziele im Video-Content-Marketing für B2B Unternehmen sind (gemäß Wyzowl):
- Wissensvermittlung und Einordnung (93 % der Videomarketer berichten von einer Verbesserung des Produktverständnisses bei den Nutzern!)
- Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit (93 % der Videomarketer berichten von einer höheren Markenbekanntheit!)
- Aktivierung, z. B. in Form von Klicks, Anfragen, Abos (Über 80 % der Videomarketer berichten von mehr Webtraffic und Leads!)
Ein Erklärvideo kann erfolgreich sein, auch wenn es nicht unfassbar viele Views erreicht, denn es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden ein Produkt verstehen und kaufen. Entscheidend ist, ob es die richtigen Menschen erreicht und einen nächsten Schritt auslöst.
Reichweite steigern: Was wirklich funktioniert bei Online Videos
Logik der Social Media Plattform verstehen
Jede Plattform folgt eigenen Regeln. Ein Video, das auf YouTube gut funktioniert und für Engagement Rate, kann auf Instagram oder TikTok an Wirkung verlieren – und umgekehrt.
YouTube ist der Vorreiter, mit 82 % der Unternehmen, die ihre Videos dort hochladen. Darauf folgt LinkedIn, das 70 % der Videomarketer nutzen. Weitere beliebte Plattformen sind Instagram (69 %), Facebook (66 %) und TikTok (40 %).
Wichtige Unterschiede:
- Format: Hochformat vs. Querformat
- Länge: am effektivsten sind 30 Sekunden bis zu 2 Minuten
- Nutzungssituation: mobil, oft ohne Ton
- Verfügbarkeit: Live-Video oder On-Demand-Video
Ein On-Demand-Video, das immer verfügbar ist, verleitet viele Interessentinnen und Interessenten dazu, es sich später anzusehen. Dahingegen hat ein Live-Video den Reiz des Vergänglichen: Jetzt oder nie, lautet die Devise – das macht es exklusiver und sehenswerter. Vor allem, wenn es sich um ein einmaliges Event oder den allerersten Blick auf ein neues Produkt handelt.
Inhalte fokussieren und Informationen zuspitzen
Reichweite entsteht selten durch Vollständigkeit, sondern durch Relevanz. Ein Video sollte eine zentrale Aussage haben. Wer zu viel auf einmal erklären will, verliert Aufmerksamkeit. Serienformate bieten hier eine gute Lösung: lieber mehrere kurze Videos als ein Überladenes.
Folgende Formate sind besonders erfolgreich:
- Video-Testimonials: die Kundschaft im Fokus
- Teaser-Videos: für spannende News
- Erklärvideos: für Produkte und Prozesse
- Produktdemos: Features oder Funktionen im Detail

Konsistenz vor Perfektion
Viele Creators warten bei der Videoerstellung zu lange auf den „perfekten“ Moment. In der Praxis ist Regelmäßigkeit wichtiger als Hochglanz. Algorithmen reagieren positiv auf konsistente Veröffentlichungen. Gleichzeitig wächst beim Publikum die Erwartungshaltung: Inhalte erscheinen verlässlich, Themen werden weitergedacht.
Distribution aktiv gestalten
Veröffentlichung ist nicht gleich Distribution. Reichweite wächst, wenn Online-Videos:
- auf mehreren Kanälen eingesetzt werden,
- in andere Inhalte eingebettet sind (Blog, Newsletter),
- als Gesprächsanlass genutzt werden, etwa in Kommentaren oder Community-Posts.
Eine effektive Video-Content-Marketing-Strategie erfordert die Definition von Zielen, Social Media Zielgruppen und relevanten Social Media Plattformen.
Storytelling im Video-Marketing: Struktur statt Inszenierung
Storytelling wird oft missverstanden. Es geht nicht um dramatische Musik oder aufwendige Schnitte, sondern um Verständlichkeit und Führung: Wofür steht das Unternehmen?
Tipps für eine einfache, bewährte Struktur:
- Ausgangspunkt: eine Frage, ein Problem, eine Beobachtung
- Einordnung: warum das Thema relevant ist
- Kerninhalt: Erklärung, Haltung oder Lösung
- Ausblick: ein Gedanke, der weiterführt
Diese Logik eignet sich für Tutorials, Expertenstatements, Einblicke hinter die Kulissen oder Meinungsformate. Sie hilft, Inhalte klar zu strukturieren – unabhängig von Länge oder Plattform.
Die besten Tools für Video-Content-Marketing in Unternehmen
Tools erleichtern Prozesse, ersetzen aber keine Strategie. Dennoch lohnt sich ein Blick auf bewährte Lösungen:
Schnitt und Bearbeitung
- CapCut: Besonders geeignet für Social-Video-Formate, schnell erlernbar.
- DaVinci Resolve: Sehr leistungsfähig, auch für längere Videos und Farbkorrektur.
- Canva: Gut für einfache Marketing-Videos, Animationen und Templates.
Aufnahme
- OBS Studio: Kostenlos, zuverlässig für Screen- und Kameraaufnahmen.
Analyse
- Plattforminterne Statistiken (z. B. YouTube Studio, Instagram Insights)
- Google Analytics zur Einordnung von Weiterleitungen und Nutzerverhalten
Wichtig ist, den Tool-Einsatz schlank zu halten. Zu viele Programme verlangsamen Prozesse und erhöhen die Einstiegshürde.
KI-Tools
Für Unternehmen, die wenig Zeit und Ressourcen für die Videoerstellung und -bearbeitung haben, lohnen sich beispielsweise folgende KI-Tools:
- Castmagic
- ideogram
- OpusClip
Weiterbildungstipp: Wie der Einsatz von KI für digitalen Content gelingt, zeigen wir mit praxisorientierten Screencasts und Tipps in unserer Social Media Content Creator Weiterbildung:

Kostengünstige Video-Marketing-Lösungen für Startups
Video-Marketing ist keine Budgetfrage, sondern eine Frage der Prioritäten.
Produktion pragmatisch angehen
- Smartphone-Kameras liefern ausreichend Qualität
- Natürliches Licht ersetzt teure Beleuchtung
- Klarer Ton ist wichtiger als perfekte Bildästhetik
Formate standardisieren
Wiederkehrende Formate sparen Zeit und Ressourcen. Ein festes Intro, gleichbleibende Text-Overlays und definierte Längen erleichtern Planung und Umsetzung.
Wissen sichtbar machen
Gerade im B2B-Umfeld wirkt Video dann überzeugend, wenn Expertise sichtbar wird. Komplexe Produkte und Dienstleistungen können in kurzen Videos einfacher erklärt werden, was die Nutzererfahrung verbessert.
Kostenlose Tools für Marketing-Videos
Der Einstieg ist auch ohne Budget möglich. Viele Tools bieten kostenlose Versionen mit ausreichendem Funktionsumfang:
- Kostenlose Schnittsoftware mit Wasserzeichen oder Funktionsbegrenzung
- Plattforminterne Bearbeitungstools
- Open-Source-Lösungen für Aufnahme und Schnitt
Entscheidend ist nicht das Tool, sondern die Fähigkeit, Inhalte klar aufzubereiten und verständlich zu vermitteln.
Workflow aufbauen: Videomarketing langfristig integrieren
Nachhaltiges Videomarketing braucht Struktur. Tipps für einen einfachen Workflow:
- Themensammlung aus Alltag, Kundenfragen, Kommentaren
Lesetipp: So gelingt die Content Themenfindung - Formatdefinition (z. B. Erklärung, Einordnung, Kurzimpuls)
Lesetipp: Die 10 besten Content Marketing Formate - Batch-Produktion mehrerer Videos an einem Termin
- Veröffentlichung nach Plan
Lesetipp: Praktische Social Media Management Tools - Auswertung und Anpassung
Lesetipp: Die wichtigsten Marketing KPIs
Dieser Ansatz reduziert Stress, spart Zeit und sorgt für kontinuierliche Präsenz.
Erfolg messen: Welche Kennzahlen zählen bei B2B Video Marketing?
Laut der Video-Marketing Statistik von Wyzowl messen…
- 67 % der Videomarketer den Erfolg durch Videoaufrufe.
- 63 % der Videomarketer den Erfolg durch Interaktionen wie Kommentare, Shares, Likes und Reposts.
- 52 % der Videomarketer den Erfolg durch Klicks auf weiterführende Inhalte.
Video-Marketing entfaltet seine Wirkung dann, wenn es in andere Maßnahmen einzahlt – etwa Website-Traffic, Newsletter-Anmeldungen oder Anfragen.
Redaktionsplanung: Must have und warum gute Videos nicht spontan entstehen
Viele Video-Formate wirken locker, spontan und ungeplant. In der Praxis steckt dahinter fast immer Struktur. Eine Redaktionsplanung sorgt nicht für Starrheit, sondern für Entlastung. Ein Video-Redaktionsplan beantwortet drei Ebenen:
- Themen: Welche Fragen, Probleme oder Perspektiven sind für die Zielgruppe relevant?
- Formate: In welcher Form lassen sich diese Themen erzählen (Erklärung, Kommentar, Kurzimpuls, Q&A)?
- Umsetzung: Wann wird welches Video produziert und veröffentlicht?
Gerade für Einzelpersonen und kleine Teams ist Planung entscheidend. Sie verhindert Leerlauf, reduziert Entscheidungsstress und hilft, Informationen sinnvoll zu bündeln. Ein realistischer Planungshorizont liegt oft bei vier bis acht Wochen. Länger zu planen wirkt zwar strategisch, scheitert aber häufig an der Realität und die Ressourcen im Unternehmen. Wichtige Tipps: Planung flexibel halten. Aktuelle Themen, Kommentare oder Fragen dürfen und sollen den Plan jederzeit ergänzen.
Video-SEO und Auffindbarkeit: Reichweite beim B2B Video Marketing
Ein häufiger Schwachpunkt im Video-Content-Marketing ist die fehlende Suchlogik. Während Kurzvideos stark vom Feed in Social Media Plattformen leben, funktioniert Video langfristig besonders gut über Auffindbarkeit. Gerade auf Suchplattformen wie YouTube spielen folgende Faktoren eine zentrale Rolle:
- Klarer, verständlicher Titel statt kreativer Wortspiele
- Beschreibungen, die Inhalt einordnen und ergänzen
- Wiederkehrende Begriffe, die zur Suchintention passen
Auch auf Social-Plattformen beeinflussen Beschreibungen, Untertitel und Texteinblendungen, wie Inhalte eingeordnet und ausgespielt werden. Video-Marketing profitiert hier von der Kombination aus Storytelling und klarer Sprache. Wer Video-Inhalte zusätzlich auf der eigenen Website einbindet, stärkt nicht nur die Sichtbarkeit, sondern verlängert die Lebensdauer der Inhalte erheblich.
Suchmaschinen wie Google bevorzugen Videoinhalte, was das Ranking von Websites verbessert.
Tipps, um typische Fehler im Video-Content-Marketing zu vermeiden
Viele Strategien scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an überhöhten Erwartungen.
Zu den häufigsten Fehlern zählen:
- Inhalte, die zu komplex für ein einzelnes Video sind
- Der Anspruch, jedes Video müsse außergewöhnlich sein
- Zu wenig Kontext für neue Zuschauer
- Fehlende Anschlussfähigkeit nach dem Video
Erfolgreiches Video-Marketing denkt in Serien, nicht in Einzelstücken. Ein gutes Video muss nicht alles erklären. Es reicht, wenn es einen Gedanken klar vermittelt und Lust auf mehr macht.
FAQ – häufige Fragen zum Video-Content-Marketing für B2B Unternehmen
Wie oft sollte Video-Content veröffentlicht werden?
Ein realistischer, konstanter Rhythmus ist entscheidend. Ein Video pro Woche kann wirkungsvoller sein als unregelmäßige Serien.
Sind kurze oder lange Videos besser?
Das hängt vom Ziel ab. Kurze Videos eignen sich für Aufmerksamkeit, längere für die Vertiefung. Beide Formate haben ihre Berechtigung.
Lohnt sich B2B Video Marketing für Unternehmen mit kleine Zielgruppen?
Ja. Gerade in Nischen kann Video helfen, Expertise zu zeigen und Vertrauen aufzubauen.
Braucht jedes Video einen Call-to-Action?
Nicht zwingend. Informierender Content darf auch ohne direkte Aufforderung funktionieren. Aber: Klare Handlungsaufforderungen am Ende von Videos motivieren zu weiteren Schritten wie Kauf oder Anmeldung.
Fazit
Eine bessere Video-Marketing-Strategie für B2B Unternehmen entsteht nicht durch mehr Technik oder höhere Budgets, sondern durch Klarheit. Wer Ziele definiert, Plattformen versteht und pragmatisch produziert, kann im Unternehmen mit Video nachhaltig Reichweite und Relevanz aufbauen. Entscheidend ist der langfristige Blick: Video wirkt dann am stärksten, wenn es Teil eines konsistenten Content-Systems ist.
Quellen dieses Blogbeitrags:
- Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW):
https://www.bvdw.org - HubSpot Deutschland – Video-Marketing-Ressourcen:
https://blog.hubspot.de/marketing/video-marketing - YouTube Creator Academy (deutsch):
https://creatoracademy.youtube.com/page/education?hl=de - Hootsuite Blog Deutschland:
https://blog.hootsuite.com/de/social-media-videospezifikationen/ - Wyzowl:
https://wyzowl.com/video-marketing-statistics/
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