
Relevanz schlägt Chronologie: Der Facebook-Algorithmus priorisiert Inhalte basierend auf vier Hauptfaktoren: Nutzerinteraktion, Inhaltstyp, Aktualität und vorheriges Verhalten – nicht nach Veröffentlichung, sondern nach Relevanz für den einzelnen Nutzer.
Hohe Interaktion steigert Sichtbarkeit: Beiträge mit vielen Reaktionen, Kommentaren oder Shares werden bevorzugt ausgespielt – insbesondere, wenn sie innerhalb kurzer Zeit viel Engagement erzeugen.
Formatvielfalt gezielt nutzen: Videos (vor allem Reels), Gruppenbeiträge und Livestreams erhalten oft Vorrang im Newsfeed; regelmäßige Tests und Insights helfen, Formate effektiv einzusetzen.
zuletzt aktualisiert am:
Alle Inhalte, die wir auf Facebook sehen, durchlaufen einen Filter – den Facebook Algorithmus. Er sorgt dafür, dass der Newsfeed auf die Interessen der Nutzer*innen zugeschnitten ist und den höchstmöglichen Mehrwert bietet. Der folgende Guide gibt Ihnen die wichtigsten Infos über den Facebook Algorithmus 2026 an die Hand, um die Reichweite Ihrer Posts zu erhöhen und somit Ihr Marken-Image zu stärken.
So funktioniert der Facebook Algorithmus
Der Facebook Algorithmus ist ein Tool, das Posts nach Relevanz für andere User*innen reiht und entscheidet, ob und wann diese im Newsfeed zu sehen sind. Die Reihung orientiert sich nach den Interessen der User*innen. Organische Reichweite ohne Fremdeingriff durch den Facebook Algorithmus zu erlangen, ist de facto nicht mehr so leicht möglich. Mithilfe künstlicher Intelligenz schätzt der Algorithmus ein, welche Posts für User*innen am interessantesten sein könnten und welche am ehesten zur Interaktion anregen. Dabei arbeitet er mit diversen Kalkulationen.
Der Facebook Algorithmus nutzt die folgenden vier Variablen, um individuelle Newsfeeds zu generieren (siehe Grafik 1):
- Inventory: Facebook evaluiert Content für jede*n Nutzer*in individuell und errechnet, ob dieser relevant ist.
- Signals: nicht jeder Post ist gleich viel wert. Absender, Nähe, Engagement, Verweildauer auf Posts, Videos oder die Content-Art sind wichtige Indikatoren, um sogenannte „meaningful interactions“ zu kreieren.
- Predictions: der Facebook Algorithmus versucht, durch künstliche Intelligenz vorherzusagen, was Nutzer*innen am meisten interessieren könnte.
- Score: Jeder Inhalt erhält eine Relevanzbewertung, wobei die Beiträge mit der höchsten Bewertung weiter oben im Newsfeed platziert werden.

Für Unternehmen heißt das: um vom Facebook Algorithmus gesehen und durch ihn ausgespielt zu werden, müssen Sie viele Interaktionen (Kommentare, Likes und Shares) erlangen.
12 Tipps für mehr Reichweite
Mit weltweit über 3 Milliarden Mitgliedern ist Facebook das meistgenutzte soziale Netzwerk. Die Möglichkeiten, seine Zielgruppe direkt zu erreichen, scheinen zum Greifen nah – das erkennen auch die über 10 Millionen Unternehmen, die auf Facebook Werbungen schalten und passenden Content rund um ihre Produktwelt posten.
Mit den folgenden Tipps sorgen Sie dafür, dass ihre Posts vom Facebook Algorithmus erkannt und als relevant im Newsfeed gereiht werden:
1. Was bedeutet organische Reichweite bei Facebook?
Unter organischer Reichweite versteht man die Anzahl der einzelnen Nutzer*innen, die Ihren Post im Newsfeed oder auf Ihrer Unternehmens-Seite gesehen haben. Wenn Sie sich Ihre Facebook Insights ansehen, werden Ihnen Post-Reach-Metriken angezeigt, die organische und bezahlte Daten sowie Daten zur Gesamtreichweite umfassen. Das hilft Ihnen dabei, sich einen ersten Überblick über die Ist-Situation Ihrer aktuellen Reichweite zu verschaffen.
Die organische Reichweite ist in den letzten Jahren zunehmend gesunken, das lässt sich nicht mehr bestreiten. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der veröffentlichten Beiträge innerhalb der letzten Jahre um ein Vielfaches zugenommen hat – natürlich können nicht alle davon im Facebook Newsfeed angezeigt werden. Der Kampf um eine Platzierung im individuellen Facebook Newsfeed ist entsprechend hart.
2. Mehrwert durch hochwertigen Content
Ihr oberstes Ziel sollte sein, hochwertigen Content zu posten, der Ihre Zielgruppe nicht nur anspricht, sondern auch zum Teilen, Liken und Kommentieren einlädt. Je höher die Interaktion mit einem Post, desto relevanter reiht sie der Facebook Algorithmus und spielt Ihren Content weit oben im Newsfeed aus.
Vorsicht: Achten Sie bei der Erstellung Ihres Contents auf den Wahrheitsgehalt! Zwar neigen auch Fake News im ersten Moment dazu, mehr Likes, Kommentare und Shares zu generieren, da sie meist emotional aufgeladene oder kontroverse Themen betreffen. Facebook hat allerdings mehrere Vorkehrungen getroffen, sodass Fake News – sobald sie als solche erkannt wurden – langfristig seltener vom Algorithmus vorgeschlagen werden und an Sichtbarkeit verlieren:
- Facebook löscht auffällige oder gefälschte Nutzer-Profile.
- Seriöse Nachrichten von staatlich kontrollierten Medien werden als Solche gekennzeichnet.
- Facebook arbeitet mit unabhängigen Faktenprüfern zusammen, die Falschmeldungen markieren und melden.
- Inhalte, die als Falschmeldungen identifiziert wurden, werden herabgestuft.
3. Reichweite einkaufen mit Ads
Sollten Sie mit dem Rückgang der organischen Reichweite zu kämpfen haben, sind Social Paid Ads ein sicherer Weg, Ihre Inhalte für ein größeres Publikum sichtbar zu machen.
Lesetipp: Hier finden Sie einen umfassenden Leitfaden für Social Media Werbung.
4. Vertikalen Content posten
Es mag banal klingen, doch das Hochformat spielt eine entscheidende Rolle in Bezug auf Engagement und Usability. Facebook selbst rät auf seiner Business Website: „Bei Mobile Ads ist es wichtig, dass die Bilder und Videos so viel Bildschirmfläche wie möglich einnehmen – so erhältst du mehr Aufmerksamkeit.“
5. Geo-Targeting nicht vergessen
Facebook erlaubt sehr umfangreiche Einstellungen in Bezug auf Ortungs-Tags. Es ermöglicht, Anzeigengruppen so gestalten, dass sie nur regionale Kund*innen erreichen. Bespielen Sie bestimmte Landkreise oder schließen Sie auch einzelne Orte aus. Auch Facebook Pixel können für die Optimierung von Social Media Kampagnen hilfreich sein.
6. Authentizität als Engagementboost
Schon vor Jahren belegten Studien, dass Bilder, die Gesichter zeigen, mehr Likes generieren. Daher gilt: Je echter und authentischer Ihr Content, desto eher belohnt Sie der Facebook Algorithmus mit Reichweite. Halten Sie sich also an die Devise und posten Sie regelmäßig Content, in dem Sie selbst oder andere relevante Personen vor der Kamera zu sehen sind.
7. Videos performen am besten
Ob Fotos, Videos oder GIF’s – finden Sie heraus, was bei Ihrem Publikum gut ankommt. Von allen Formaten performt Video Content häufig am besten. Doch nicht nur das: Je länger sich User*innen ihr Video ansehen bzw. je mehr User*innen es sich auch bis zum Ende anschauen, desto höher fällt das Ranking des Facebook Algorithmus aus!
Karrieretipp: Sie möchten lernen, professionellen Content zu gestalten, der sich von der Masse abheben und erfolgreich performt? Dann informieren Sie sich in unserem Blog, wie Sie Content Creator werden und werfen Sie einen Blick auf unsere Content Creator Weiterbildung.

8. Aktivitätszeitraum beachten
Die besten Chancen auf organische Reichweite mithilfe des Facebook Algorithmus bekommen Sie, wenn Sie Tages- und Uhrzeiten nutzen, in dem der Großteil Ihrer Zielgruppe online ist. Versetzen Sie sich in den Alltag und Lebensgewohnheiten Ihrer Zielgruppe. Auch Ihre Facebook Insights und Statistiken geben Ihnen hilfreiche Einblicke.
Tipp: Führen Sie eine Social Media Zielgruppenanalyse durch oder erkundigen Sie sich in unserem Beitrag “Facebook beste Zeit zum Posten“, zu welchen Uhrzeiten und Wochentagen die Facebook-Community auf häufigsten online ist.
9. Titelbild der Seite aktualisieren
Vergessen Sie auch grundlegende Hebel Ihrer Facebook-Seite nicht, wie beispielsweise Ihr Titelbild und weitere Profilinformationen (Personen- oder Unternehmensbeschreibung, Adresse, Kontaktdaten) bei Bedarf zu aktualisieren.
10. Engagement in Facebook Gruppen
Die Facebook-Community ist für den Erfolg Ihres Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Sie brauchen Menschen, die sich mit Ihnen (Ihrer Marke) und untereinander verbinden. Daher kann eine engagierte Facebook Gruppe für das Wachstum Ihrer Marke, Ihres Unternehmens und Ihres Netzwerks von großem Nutzen sein.
11. Kollaboration mit Influencern & Multiplikatoren
Affiliates, Influencer und Multiplikatoren sind eine weitere großartige Gruppe von Befürwortern, die Ihnen dabei helfen können, Ihre Reichweite zu vergrößern und die Glaubwürdigkeit Ihrer Marke zu stärken. Geben Sie ihnen Ressourcen und Schulungen, damit sie Ihre Marken-Botschaft auf Facebook verbreiten und Ihre Zielgruppe durch ihre eigenen Algorithmussignale erweitern. Wenden Sie auch den Blick nach innen in Ihr Unternehmen: Verfügen Sie über engagierte Mitarbeiter mit Social Media Erfahrung, die als Corporate Influencer für Sie tätig werden können?
12. User Generated Content (UGC Marketing) nutzen
Motivieren Sie Ihre bestehenden Follower, mit Ihrem Content zu interagieren oder sogar selbst eigene Inhalte zu erstellen und zu posten. Zum Beispiel in Form von Mitmachaktionen und Challenges. Das sendet starke Signale an den Algorithmus und Ihre Inhalte werden ein erweitertes Publikum erreichen.

Fazit
Um möglichst weit oben im Newsfeed platziert zu werden, achten Sie auf die Signale, die der Facebook Algorithmus nutzt. Behalten Sie dennoch im Hinterkopf, dass er kontinuierlich weiterentwickelt wird. Welche Posts „funktionieren“ und welche nicht, ändert sich also im Laufe der Zeit. Es lohnt sich daher, die eigenen Facebook Insights oder die offiziellen Facebook Updates regelmäßig zu verfolgen und Ihre Social Media Strategie dahingehend anzupassen.
Lesetipp: So gestalten Sie Ihren Facebook Auftritt in 6 Schritten rechtssicher!
FAQ: Facebook Algorithmus
Kann ich den Facebook Algorithmus ausschalten?
Tatsächlich lässt sich der Facebook Algorithmus ausschalten, wodurch Ihnen die Beiträge wieder chronologisch angezeigt werden. In der Desktop-Version gehen Sie zum Newsfeed-Bereich. Klicken Sie auf „Neueste“ und Ihr Newsfeed wechselt zur chronologischen Reihenfolge. Der Umstieg auf Mobilgeräte ist nahezu derselbe.
Was ist der Unterschied zwischen Facebook Algorithmus, Instagram Algorithmus, TikTok Algorithmus und YouTube Algorithmus?
Die Facebook und Instagram Algorithmen funktionieren beide durch vier wesentliche Faktoren: Inventory, Signals, Predictions und Score. Der Instagram-Algorithmus selektiert Inhalte basierend auf verschiedenen Teil-Algorithmen, wie Feed-Algorithmus, Stories-Algorithmus und Explore-Page-Algorithmus. Beim TikTok Algorithmus spricht man lediglich von den „Signalen“, „Faktoren“ und „Wahrscheinlichkeiten“, die sich auf den Algorithmus auswirken. Der YouTube Algorithmus legt Wert darauf, welche Inhalte der Nutzer liked, welche Kanäle er abbonniert und was er sich besonders oft ansieht.
Was ist der Newsfeed bei Facebook?
Der Feed oder Newsfeed ist die ständig aktualisierte Liste der Inhalte in der Mitte Ihrer Homepage. Der Feed enthält Statusaktualisierungen, Fotos, Videos, Links, App-Aktivitäten und Likes von Personen, Seiten und Gruppen, denen Sie auf Facebook folgen.
Wo finde ich die Reichweite bei Facebook?
Wählen Sie die Registerkarte „Beiträge“ und klicken Sie auf „Beitragstypen“, um deren durchschnittliches Engagement zu sehen. Scrollen Sie nach unten zur Liste „Alle veröffentlichten Beiträge“. Sortieren Sie Beiträge nach Likes, Kommentaren und Shares, um das Gesamtengagement anzuzeigen.
Warum schränkt Facebook die Reichweite ein?
Facebook schränkt die Verbreitung von Clickbait, Engagement-Bait, Fake News und betrügerischen Landing Pages ein. Der Kauf von Likes kann die Verbreitung ebenfalls einschränken. Arbeiten Sie daher mit dem Facebook Algorithmus, nicht gegen ihn.
Diesen Blogbeitrag weiterempfehlen:







