Welches Content Management System passt zu meinem Unternehmen?

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Mai 18
Illustration eines Content Management System

Möchte man eine Unternehmenswebsite betreiben und ist nicht zufällig professioneller Webentwickler, kommt man um ein CMS (Content Management System) heute kaum herum. Sind mehrere Nutzer an der Seitenpflege beteiligt und sollen die Inhalte stets wechseln, ist ein passendes Content Management System sogar unverzichtbar. Dieser Artikel stellt vier der meistgenutzten CMS vor und gibt einen Überblick über Stärken, Schwächen und Besonderheiten der jeweiligen Systeme.

Eine Begriffserklärung vorweg

Content Management Systeme (kurz CMS), zu Deutsch „Inhaltsverwaltungssysteme“, wurden zur Organisation und Verbreitung von Inhalten entwickelt. Sie organisieren den Inhalt einer Website separat von der Darstellung der veröffentlichten Informationen.  Individueller Inhalt wird in einem gängigen Format gespeichert und erlaubt den Verwaltern der Website oder des Blogs mit ihnen vertrauten Tools darauf zuzugreifen und zu bearbeiten. Ein Content Management System besteht typischerweise aus einem Frontend- und einem Backendbereich. Der Backendbereich dient als eigentlicher Administrationsbereich, wo die Erstellung Pflege der Website erfolgt. Das Frontend ist die eigentliche Website, wie sie dem Nutzer im Browser angezeigt . Ein Content Management System ermöglicht eine Trennung von tatsächlicher Webprogrammierung, Layout und Inhalt. Dem Nutzer werden häufig bereits vorgefertigte Layouts, Farbvorgaben und Absatzformate vom Anbieter zur Verfügung gestellt. So lassen sich Websites auch von unerfahrenen Nutzern ohne Programmierungskenntnisse einfach individualisieren. Die Inhalte können so einfacher gesammelt, verwaltet und kategorisiert werden.

Die Qual der Wahl

Wer das passende Content Management System für das eigene Unternehmen finden möchte, muss angesichts der großen  Anzahl der Systeme auf dem Markt, erst klarstellen, wie die eigenen Anforderungen aussehen. Mögliche Fragestellungen hierbei könnten lauten:

  • Welches Ziel verfolgen Sie mit Ihrer Website?
  • Welche Inhalte sollen angeboten werden?
  • Wie viele Personen sind an der Verwaltung beteiligt?
  • Sollen mehrere Websites gleichzeitig verwaltet werden?
  • Wie übersichtlich und benutzerfreundlich ist das System?
  • Werden Erweiterungen und PlugIns benötigt?
  • Wie steht es um die Suchmaschinenoptimierung?

Hier nun vier populäre Content Managment Systeme kurz und knapp vorgestellt, weil es primär darum geht, die unterschiedlichen Schwerpunkte und Einsatzmöglichkeiten der Systeme aufzuzeigen.

WordPress

WordPress

Was zu Beginn nur eine einfache Software zur Blogverwaltung war, ist heute das weltweit meist genutzte CMS. Mit WordPress lassen sich auch komplexe Webauftritte, Shops oder Community Plattformen ohne weiteres aufbauen. Zahllose Funktionen, Templates und Erweiterungen ermöglichen eine maximale Individualisierung Ihrer Website. Durch diese extreme Erweiterbarkeit wurde das CMS in den letzten Jahren jedoch auch komplexer und schwerfälliger.

Vorteile:

  • Schnelle, einfache Installation
  • Riesige Anzahl an z.T. kostenfreien Designs und Templates
  • Zahlreiche Erweiterung wie PlugIns und Widgets ermöglichen zusätzliche Funktionen
  • WordPress gilt allgemein als sehr suchmaschinenfreundlich
  • Mobile WordPress  Apps und Publising-Tools erweitern und vereinfachen die Verwaltung

Nachteile:

  • Die Verwaltung mehrseitiger, umfangreicher Portale ist zuweilen noch umständlich
  • WordPress kann nur überschaubare Besucherströme (wenige Hundert bis mehrere Tausend Besucher pro Tag) verarbeiten

WordPress ist die optimale Wahl für Blogging- oder News-Portale, sowie kleinere Seiten von KMUs mit überschaubarer Seitenstruktur. Zusätzliche Funktionalität bieten die vorhandenen PlugIns.

Joomla

Joomla

Joomla belegt Platz zwei auf der Rangliste und hat sich in den letzten Jahren einen festen Stand in der Welt der OpenSource-CMS erarbeitet. Joomla ist auch ohne große Vorkenntnisse leicht erlernbar, die Installation gilt ebenfalls als schnell und weitgehend problemfrei. Das System stellt dem Anwender eine Vielzahl an Tools bereit, die Veränderungen erlauben, ohne Anpassungen im Kern des Systems vornehmen zu müssen.

Vorteile:

  • Installation und Verwaltung ohne Fachwissen zu bewältigen
  • Äußerst bedienungsfreundliche Generierung von Templates
  • Große angrenzende Nutzer-Community, zahlreiche Nutzerhandbücher und Tutorials

Nachteile:

  • Komplexe Textformatierung gestaltet sich häufig schwierig
  • Rechteveraltung und Freigabeprozesse sind etwas unausgereift
  • Updates müssen manuell über Extensions vorgenommen werden, dies erfordert mitunter viel Arbeit und Fachwissen

Joomla eignet sich grundsätzlich auch für komplexere Seitenstrukturen, ist jedoch nicht so flexibel wie andere Content Management Systeme, da immer nur ein Hauptinhaltselement zugeordnet werden kann. Joomla ist somit für kleinere bis große Seiten geeignet, insofern keine Freigabe-Workflows und Multidomain-Installationen vorgesehen sind.

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TYPO3

TYPO3

TYPO3 gilt oft als Paradebeispiel eines Open-Source Systems. Open Source bedeutet, dass der Programmcode für jeden zugänglich ist und durch PlugIns, Widgets und Co. erweitert werden kann. Der modulare Aufbau und die starke Konfigurationssprache Typoscript, sowie die Möglichkeit zur Anbindung an weitere Systeme machen TYPO3 nahezu unbegrenzt erweiterbar und anpassbar.

Vorteile:

  • TYPO3 gilt als nahezu grenzenlos erweiterbar
  • Einfache Rechteverwaltung und Workspace-Zuweisung
  • Das System unterstützt auch komplexe Seitenintegration und Multidomain-Nutzung

Nachteile:

  • Installation, Konfiguration und Administration erfordert z.T. umfangreiches Fachwissen
  • TYPO3 benötigt eine externe Datenbank, dies birgt ein Sicherheitsrisiko und die Servereinstellungen sind für Laien nicht einfach zu meistern

Je komplexer und umfangreicher ein Portal konzipiert ist, desto eher erscheint TYPO3 als die optimale Lösung. Empfehlenswert ist TYPO3 für Projekte größerer Unternehmen mit komplizierte Aufgabenstellung und Zielsetzung.

Drupal

Drupal

Drupal unterscheidet sich gegenüber anderer CMS durch die Reduktion des Kernsystems auf das Wesentliche. Dadurch erscheint es wie ein Baukastensystem mit vielen Funktionen und Möglichkeiten. Es überzeugt mit Flexibilität, Skalierbarkeit und modernste Webtechnologien. Der Fokus liegt bei Drupal im SetUp von Social-Publishing und Community Portalen, wo Mitglieder Inhalte erstellen, teilen und interagieren können.

Vorteile

  • Backend ist individuell gestaltbar
  • Drupal ist einfach individualisierbar und auch im komplex-strukturellen Bereich erweiterbar
  • Unterstützt besonders Community-freundliche Anwendungen wie Chats, Foren oder Tag-Clouds

Nachteile

  • schmale Grundinstallation macht zusätzliche Module notwendig, die aufwendige Nachinstallationen erfordern – bei vielen Modulen leidet die Performance
  • vergleichsweise wenig Themes und Layouts vorhanden
  • Zunächst keine visuelle Trennung von Frontend und Backend (es lässt sich jedoch ein seprarates Backend Template aktivieren)

Drupal eignet sich hervorragend für den Aufbau von Community-Sites und Portalen, die von einem größeren Personenkreis mit unterschiedlichen Benutzerrechten betreut werden. Auch bei vielen Inhalten und hohen Besucherzahlen bleibt das System stabil. Durch den großen Aufwand bei Initialisierung und Aktualisierung lohnt sich Drupal jedoch eher für größere Unternehmen mit vorhandener IT-Abteilung.

 

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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