Die wichtigsten Basics für erfolgreiches Mobile App Marketing

Von Nora Horn | Job Know-How

Mai 11
Illustration von verschiedenen Handys mit Mobile App

Auch die qualitativ beste App kann nicht an den Kunden gebracht werden, wenn das Marketing versagt. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Faktoren für erfolgreiches Mobile App Marketing notwendig sind – von vermeintlichen simplen Aspekten wie dem Namen bis hin zu den unterschiedlichen Vermarktungskanälen.

Vorbereitungen vor dem Launch

Eine Mobile App ohne einen einfachen und damit leicht in der Erinnerung zu behaltenden Namen werden Ihre Kunden bald wieder vergessen. Halten Sie sich bezüglich Name, Kategorie und auch Icon an die folgenden Tipps:• Der Name sollte gleichzeitig kurz und einfach sein und darüber hinaus – sofern Sie eine globale Vermarktung anstreben – auch im Ausland einfach auszusprechen sein. Nicht alle Buchstabenkombinationen (wie etwa das deutsche „ch“) gehen im Ausland ebenso einfach von den Lippen. Versuchen Sie außerdem, einige wichtige Keywords im Namen unterzubringen, falls es sich um mehr als ein kurzes Wort handelt.

• Wählen Sie eine Kategorie aus, die Ihrer App am besten entspricht. Einige Apps decken mehrere Bereiche ab, sodass Sie überlegen sollten, in welcher Kategorie Sie sich besonders stark sehen. Versuchen Sie, die Anzahl an Downloads abzuschätzen, die Sie in einer bestimmten Kategorie für einen Eintrag in den Top 10 benötigen. Das Ziel wirkt unrealistisch? Dann wählen Sie vielleicht besser eine andere Kategorie. Der Wert eines Eintrags in den Top 10 ist nicht zu unterschätzen.

• Letztendlich zählt zwar der Inhalt einer App, auf ein möglichst überzeugendes Icon dürfen Sie aber nicht verzichten. Es dient praktisch als Eye-Catcher und lenkt die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Kunden auf das Icon. Arbeiten Sie mit Kontrasten und vermitteln Sie am besten schon über das Icon den Zweck Ihrer App. Dies ist nicht einfach, weshalb Sie bei Bedarf eine professionelle Designagentur hinzuziehen sollten.

Ebenfalls wichtig, aber von vielen Online Marketing Managern vergessen: Screenshots. Fertigen Sie einige Screenshots an, welche die Highlights der App in einem möglichst guten Licht dastehen lassen. Erklären Sie damit gleichzeitig, wie die App funktioniert und welche Vorteile der Nutzer durch die Installation erhält. Es gilt: Kurze, überzeugende Argumentationen sind immer besser als längere Textwüsten.

Ausnutzung von Marketingkanälen vor dem Launch

Ihre App erzielt dann den größten Erfolg, wenn Sie direkt nach dem Launch eine Vielzahl von Downloads generiert und damit eine der Top-Positionen innerhalb einer Kategorie einnimmt. Die Qualität der App allein wird nicht ausreichen, um dieses Ziel zu erreichen. Kümmern Sie sich daher bereits im Vorfeld darum, möglichst viel Aufmerksamkeit für Ihre App zu generieren.Kontaktieren Sie Webseiten, die sich auf App-Reviews oder auch Ihre spezielle Branche spezialisiert haben. Schreiben Sie die verantwortlichen Personen bereits weit im Voraus vor dem eigentlichen Release an und stellen Sie Ihre App in einigen Sätzen vor. Nicht alle Webseiten werden Ihrem Vorschlag zusagen. Daher sollten Sie sich eine längere Liste möglicher Kandidaten machen, um garantiert einige Partner gewinnen zu können.

Je früher Sie sich um die Kontaktaufnahme kümmern, desto besser: Eine Mobile App muss gleich am Anfang eine Eigendynamik entwickeln und immer mehr Downloads generieren, um erfolgreich zu sein. Reviews, die erste Wochen nach der Veröffentlichung einer App eintreffen, helfen daher nur bedingt weiter. Diese Besprechungen Ihrer App müssen nicht zwingend in branchennahen Publikationen auftauchen. Haben Sie einen „großen Treffer“ gelandet, der plattformübergreifend für eine Vielzahl von Nutzern interessant ist, können Sie es beispielsweise auch mit allgemeinen Tageszeitungen probieren.

Vermarktung der fertigen App

Rechnen wir Apples Store, Google Play und den Windows Store zusammen, ergeben sich etwa drei Millionen unterschiedliche Apps. Für das Bewerben Ihrer Mobile App ist es daher immens wichtig, alle Kanäle auszuschöpfen, da der Konkurrenzdruck auch in vermeintlichen „Nischen-Apps“ stark ist. Andernfalls werden Sie keine zufriedenstellenden Download-Zahlen für Ihre App verbuchen. Halten Sie sich an die folgenden Tipps:• Smartphones sind die Geräte der Social-Media-Generation. Entsprechend sollten Sie Facebook, Twitter und vergleichbare Kanäle in Ihr Marketingkonzept integrieren. Optimieren Sie alle verfügbaren Promotionskanäle und analysieren Sie, in welchen Bereichen sich zusätzliche Bemühungen lohnen.

• Entdecken Sie gutbesuchte Blogs, die sich mit dem Thema Ihrer App auseinandersetzen. Kontaktieren Sie den Urheber und stellen Sie anfragen, ob sich ein Bericht über Ihre App in den Blog integrieren lässt. Diese Form des bezahlten Contents erreicht bei belebten Blogs sehr viele Anwender und sorgt gleichzeitig für ein hohes Maß an Interesse unter den Lesern. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, Ihre eigene Zielgruppe zu erreichen.

• Betreibern Sie eine bekannte Webseite selbst, sollten Sie auch diese für die Verbreitung und Bewerbung Ihrer Mobile App nutzen. Bedenken Sie: Es reicht nicht, auf einem einzigen Kanal Werbung zu schalten. Ein wirklich umfassendes Publikum erreichen Sie nur durch eine konsequente Auslastung aller Ihnen zur Verfügung stehenden Kanäle.

Auch eine Mischung aus klassischen Marketingformen (wie etwa Printwerbung) und dem digitalen Zeitalter ist möglich. Platzieren Sie etwa QR-Codes, die direkt in den App-Store zu Ihrer App führen, in Printmedien. Halten Sie sich dabei an Zeitschriften, die Ihrer Branche entsprechen und Sie erreichen damit einen Großteil Ihrer Zielgruppe auch schon vor dem Start Ihrer App. Einen Scanner für QR-Codes bietet praktisch jedes moderne Betriebssystem entweder integriert oder als App im Store.

App-Stores als Marketingkanal

Ein weiterer Kanal steht über den jeweiligen Store zur Verfügung: Ebenso wie bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung verwenden Sie beispielsweise einen aussagekräftigen Titel, verwenden relevante Keywords in der Beschreibung Ihrer Mobile App und achten auf die Punkte, die im ersten Absatz beschrieben wurden. Laden sich Anwender eine App herunter, geschieht dies in 90 % der Fälle über die integrierte Suche in den diversen Stores. Verzichten Sie auf dieses Mittel, verlieren Sie einen Großteil der potenziellen Neukunden.Ein weiterer zentraler Aspekt sind hervorragende Bewertungen Ihrer App. Diese lassen sich in erster Linie zwar durch die Qualität Ihrer App beeinflussen, Sie selbst tragen daran aber ebenfalls einen Anteil. Der Dialog mit den Nutzern und die damit verbundene, möglichst schnelle Beseitigung von Bugs innerhalb der App sind oberste Priorität. Beeinflussen Sie das Erlebnis, das Ihr Kunde durch die App wahrnimmt, auch abseits der eigentlichen App positiv. Davon werden auch die Bewertungen profitieren und dadurch Ihre Download-Anzahl steigen.

Analyse der App-Performance

Nutzen Sie abschließend Anwendungen, die analysieren, wie es um die Performance Ihrer App in den App-Stores steht. Mithilfe der richtigen Analyse-Tools erkennen Sie, welche Baustellen in Ihren Apps selbst bestehen und wie Sie diese beheben. Auch dies ist Teil des Marketings, da qualitativ bessere Apps einen höheren Rang in den Stores erreichen und dadurch mehr Nutzer auf Ihre App aufmerksam werden. Analyse-Tools nehmen Ihnen sehr viel Arbeit ab, die Sie sonst nur manuell oder gar nicht durchführen könnten.

Marketing für Ihre Mobile App – und wie es weitergeht

Die Verkaufszahlen klassischer PCs sind weiter rückläufig, während sich Smartphones ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Branchenkenntnis ist nicht zwingend erforderlich, um zu erkennen, dass die Bedeutung der Apps in den kommenden Jahren zunehmen wird. Durch vergleichsweise einfache Programmiersprachen oder Baukästen für Apps können es sich auch kleinere Unternehmen schon heute leisten, eigene Apps zu entwickeln. In absehbarer Zeit wird eine App daher ebenso zum „guten Ton“ im Unternehmensportfolio gehören wie eine einfache Webseite.Die Bedeutung von Marketing wird daher analog zur zentralen Rolle der Apps steigen. Werbung auf allen genannten Kanälen und auch innerhalb der Apps selbst muss zwingend einen festen Platz im Marketingbudget einnehmen. Andernfalls wird es nicht möglich sein, potenzielle Kunden unter den Millionen verfügbarer Apps vom eigenen Angebot zu überzeugen. Die verwendeten Kanäle werden sich dabei mittelfristig nicht ändern – doch die Qualität der Werbung sollte in allen Bereichen optimiert werden, um sowohl die Kernzielgruppe als auch eine allgemeinere Kundschaft zu erreichen.

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

Kommentieren:

Leave a Comment: