Quick Tipps: Stockfotos rechtssicher nutzen

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Aug 29
Junge mit alter Kamera vor grünem Hintergrund nimmt Stockfotos auf

Der Blogbeitrag ist fertig, die Facebook-Anzeige aufgesetzt – jetzt fehlt nur noch ein passendes, aufmerksamkeitsstarkes Bild. Wer visuellen Content nicht selbst produziert, greift hier meist auf sogenannte Stockfotos zurück, die auf zahlreichen – teils kostenlosen Plattformen im Internet angeboten werden. Erfahrenen Online Marketing Managern läuten hier jedoch die Alarmglocken. Wer sich unbedarft an Bildinhalten im Internet bedient, dem drohen Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstößen. Auch die einzelnen Datenbanken haben eigene Regeln, an die sich die Nutzer zu halten haben. Wir verraten, wie man Stockfotos sorgenfrei verwendet.

Lizenzfrei vs. Lizenzpflichtig

Alle rechtlich relevanten Punkte bei der Benutzung von Bildmaterial basieren auf dem Urheberrecht. Es schützt die Rechte des Urhebers an seinen Werk und greift automatisch ab dem Zeitpunkt dessen Erschaffung. Bei Stockfotos wird grundsätzlich zwischen lizenzfrei und lizenzpflichtig unterschieden. Lizenzfreies Material darf zeitlich unbegrenzt, in einer unlimitierten Anzahl und in allen erdenklichen Anwendungsbereichen verwendet werden – vorausgesetzt man hält sich an die jeweilige Lizenzvereinbarung.

Bei lizenzpflichtigen Inhalten ist die Nutzung hingegen eingeschränkt. Bei unabhängigen Anbietern wie Fotografen oder Designern als auch bei großen Stockfoto-Plattformen findet man Bestimmungen wie etwa zur Nutzungsdauer oder Verwendungszwecke in den Lizenzvereinbarungen. Unbedingt zu beachten ist: Mit dem Kauf erwirbt man lediglich eine Nutzungslizenz und diese kann in den Lizenzvereinbarungen sehr unterschiedlich definiert sein. Also besser gründlich lesen. Als besonders heikel und relevant für die Online Marketing Welt gelten Bestimmungen hinsichtlich der kommerziellen Verwendung und der Verbreitung via Social Media. Häufig bieten Plattformen auch erweiterte Lizenzen an, diese umfassen dann beispielsweise auch die Veränderung bzw. die Reproduktion und den Wiederverkauf der Inhalte.

Kommerzielle vs. nichtkommerzielle Nutzung

Wie bereits angedeutet spielt es eine besonders große Rolle, ob das Bildmaterial privat oder kommerziell genutzt werden soll. Kennzeichen einer privaten Nutzung ist, dass kein kommerzieller Gewinn erzielt wird. Der Fokus der kommerziellen Verwendung von Inhalten liegt meist auf der Verkaufs- und Absatzförderung. Hierunter fallen jedoch alle unternehmensrelevanten Anwendungen wie Werbematerial- oder anzeigen, Webseiten und Unternehmensblogs, Produktverpackungen und Präsentationen.

Für beide Nutzungsarten sind in Stockdatenbanken passende Lizenzen verfügbar – es ist eine weitverbreitete Fehlannahme, dass für private Zwecke keine Lizenz notwendig ist.

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Die Quellenangabe

Eine weitere häufig diskutierte Frage rund um Stockfotos ist die Notwendigkeit einer Quellenangabe. Fotografen haben ein natürliches Interesse daran, im selben Atemzug mit ihrem Werk genannt zu werden. Designer hingegen empfinden eine visuelle Nennung häufig als unästhetisch. Auch hier ist die Lösung wieder recht einfach. Viele große Anbieter geben in den Lizenzvereinbarungen eine Lösung vor: Im redaktionellen Kontext ist eine Quellenangabe pflicht, im werblichen ist sie freiwillig. Die redaktionelle Nutzung hierbei ist von der kommerziellen Nutzung abzugrenzen. Unter redaktionellen Inhalten versteht man allgemein einen Beitrag (z.B.  Video, Artikel, Blogbeitrag), der seiner Gestaltung nach als objektive, neutrale Information ohne werbliche Absicht erscheint.

Hier sollte der Quellennachweis klar und mit bloßem Auge leicht lesbar auf oder unmittelbar neben, unter oder oberhalb des Bildes platziert werden. Die richtige Schreibweise für den Bildnachweis wird entweder auf der Fotoplattform angezeigt oder ist der Bilddatei angehängt.

Rechtsfolgen

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das gilt leider auch im Falle eines Verstoßes gegen die Lizenzbedingungen oder einer Urheberrechtsverletzung – egal ob diese wissentlich oder unwissentlich begangen wurde. So entsteht nicht nur ein Unterlassungsanspruch vonseiten der Bildagentur, sondern in vielen Fällen auch eine Erstattung von Abmahnkosten und Zahlung von Schadensersatz durch den Nutzer. Umso wichtiger ist es also, sich bei der Anmeldung bei einer Stockplattform ausgiebig mit deren Lizenzvereinbarungen und Vorgaben auseinanderzusetzen und vor der Lizenzierung der Bilder genau zu unterscheiden, für welchen Zweck man sie gebrauchen möchte und ob die erworbene Lizenz dafür ausreicht.

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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