Webdesign Basics: Webseiten zielführender gestalten

Von Nora Horn | Job Know-How

Feb 27
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Webdesign ist heute einfacher als noch vor einigen Jahren – oder? Es gibt Baukästensysteme, zahlreiche Tutorials für HTML & Co. und der Trend zu eher minimalistischem Design ohne Plug-ins à la Adobe Flash erleichtert die visuelle Gestaltung zusätzlich. Leider ist diese Annahme aber nicht ganz richtig: Hervorragendes Design verzichtet auf die genannten Webseiten-Baukästen alleine schon deshalb, weil sie häufig sehr ähnliche, standardisierte Resultate hervorbringen – und den Standard hat jeder, weshalb Sie sich damit nicht von der Konkurrenz absetzen können. In diesem Artikel erfahren Sie daher, worauf Sie beim modernen Webdesign achten sollten und wie Sie gerade als Unternehmer davon profitieren.

Was ist hervorragendes Design?

Grundsätzlich gilt: Eine magische Richtlinie, an die Sie sich einfach halten müssen, um die schönste Webseite der Welt zu designen, gibt es nicht. Exzellentes Webdesign setzt sich aus vielen kleineren Komponenten zusammen, die in der Summe ein harmonisches Ganzes ergeben. Das Resultat ist eine Webseite, die von Ihrer Zielgruppe gerne besucht wird und die Ihnen damit sowohl im privaten Bereich als auch im Gewerbe helfen wird.

Kümmern wir uns zuerst um eine einfache Frage: Wohin schaut der Nutzer?

Die Aufmerksamkeitsspanne des durchschnittlichen Internetnutzers schrumpft. Im Idealfall überzeugen Sie den Besucher Ihrer Webseite schon nach wenigen Sekunden davon, dass die Person hier findet, was sie sucht. Muss sich unser potenzieller Leser oder Kunde erst zurechtfinden, wird er schnell abspringen und die Informationen an einer anderen Stelle suchen. Bedenken Sie: Jede Information gibt es im Internet auch an anderen Stellen, jedes Produkt bietet auch ein anderer Onlineshop an.

Daher müssen Sie Ihre Besucher sofort fesseln – und das gelingt unter anderem mit Kontrasten. Eine hellblaue Schrift auf dunkelblauem Untergrund ist zwar lesbar, aber ins Auge springt sie nicht. Derselbe Text in Orange zieht Augenpaare hingegen magisch an. Dieses vereinfachte Beispiel heißt natürlich nicht, dass Sie Ihre Webseite einfach mit Kontrasten fluten sollen. Aber sie sind ein nützliches Mittel, um Aufmerksamkeit auf besondere Angebote, neue Artikel oder ein neues Feature auf Ihrer Webseite zu lenken.

Farben und Formen

Ebenfalls wichtig ist die Farbpsychologie: Blau beruhigt, Orange und Rot machen „Lust auf mehr“, Grau strahlt eine gewisse Zurückhaltung und Seriosität aus und dergleichen mehr. Sie können die Farbwahl nicht nur nutzen, um Emotionen zu übermitteln, sondern auch Ihre Corporate Identity auszuspielen. Wird Ihr Unternehmen innerhalb Ihrer Zielgruppe mit einer bestimmten Farbe assoziiert – wie etwa die Deutsche Telekom und ihr berühmtes Magenta -, sollten Sie diese Farbgruppe auch auf Ihrer Webseite zum Einsatz kommen lassen. Letztendlich ist auch die Webseite ein Marketinginstrument, sodass es keinen Grund gibt, hier völlig unterschiedliche Wege einzuschlagen.

Ebenfalls nutzen können Sie gewollte Asymmetrien – etwa im Zusammenhang mit Bildern und Schrift. Betreiben Sie ein News-Portal für eine bestimmte Branche, könnten Sie zwei Artikel nebeneinander platzieren. Blasen Sie den insgesamt wichtigeren Artikel ruhig ein wenig überdimensional auf und lassen sie den anderen dagegen etwas schrumpfen. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Leser damit automatisch auf den – in Ihren Augen – wichtigeren Artikel. Insgesamt gilt, dass Asymmetrie immer Aufmerksamkeit schafft. Symmetrie wird von uns auf den meisten Webseiten erwartet und sieht zwar subjektiv schön, aber nicht sonderlich spektakulär aus. Wohldosierte Ungleichmäßigkeiten können Ihnen beim Webdesign daher helfen.

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Webdesign ist alles – oder?

Nein, überhaupt nicht. Sie können tolle visuelle Features zwar als halbe Miete betrachten, die Usability darf darunter aber zu keinem Zeitpunkt leiden. „Style over substance“ mag in einigen Filmen wirken, beim Design einer Webseite hat dieses Motto aber nichts zu suchen. Aus der Fähigkeit, die Seite ohne Problem zu navigieren, und einer ansprechenden Optik müssen Sie versuchen, eine homogene Einheit zu bilden. Erst wenn die Webseite einfach zu bedienen ist, steigt auch die Verweildauer – und das gilt natürlich auf PCs und Notebooks ebenso wie Smartphones und Tablets. Sie sollten diese Formfaktoren alle auf einmal bedienen, was am einfachsten mit Responsive Design gelingt.

Was passiert, wenn Sie die Usability außer Acht lassen, ist schnell erklärt: Kunden, die etwa Ihren Onlineshop besuchen, aber von der schlechten Navigation abgeschreckt werden, verlassen Sie schnell wieder. Bounce-Raten erhöhen sich und Ihre Conversion-Werte sacken ab. Einzelne Besucher mögen Sie pro Monat mehr bekommen, da Google und andere Suchmaschinen auch das Design unter die Lupe nehmen und Ihnen daher mehr Besucher bescheren. Das hilft Ihnen aber nicht, wenn die Verweildauer nicht ebenfalls steigt. Was möchten Sie mit vielen Besuchern, die nach einer Minute den Shop wieder verlassen?

Stellen Sie das Webdesign somit keinesfalls auf ein hohes Podest und ignorieren Sie alles andere. Nur eine Fusion aus Nutzbarkeit und Design bringt am Ende das gewünschte Resultat.

Die Zielgruppe im Auge

Noch vor der Konzeption für das neue Design sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wen Sie überhaupt ansprechen möchten. Sie könnten die Webseite für einen Anwalt natürlich auch in denselben Farben halten wie die Seite der Sendung mit der Maus – aber wir können garantieren, dass diese Farb- und Formwahl nicht der Zielgruppe von Anwälten entspricht.

Überlegen Sie sich daher vorher genau, wen Sie ansprechen möchten. Kinder mögen es bunt, große Symbole und ebenso große Schriftarten sind gefragt. Gerne dürfen sich Elemente bewegen, Gelb, Orange und ähnliche warme Farben sind hier die Trumpfkarte. Eine Anlaufstelle für Jugendliche kann gerne auch etwas chaotisch wirken, hier dürfen Sie tief in den Topf der genannten Asymmetrien greifen. Letztendlich gibt aber vor allem das Thema der Webseite das Design vor: Symmetrien und dezente Farben – Dunkelblau, helles Grau, Schwarz – strahlen immer Seriosität aus. Farben wie Weiß eignen sich sehr gut für eine Zahnarztpraxis – oder generell Branchen, in denen es auf Hygiene, Gesundheit und Sauberkeit ankommt.

Sie sehen, dass nichts so wichtig ist, wie die Ausrichtung des Designs an der Zielgruppe. Fühlen sich diese Personen nicht zu Hause, springen sie schnell wieder ab – egal, wie gut der Content auf Ihrer Seite ist.

Gutes Webdesign als Schlüssel zu mehr Erfolg

Wir haben Ihnen einige Beispiele gezeigt, die sich relativ leicht umsetzen lassen. Mit ein wenig Know-how ist es möglich, Webseiten in den Augen Ihrer Zielgruppe wesentlich attraktiver wirken zu lassen. Betreiben Sie einen privaten Blog, erhöhen Sie dadurch die Zahl Ihrer Stammleser. Sind Sie unternehmerisch tätig, ist exzellentes Design sogar direkt an den Erfolg Ihres Betriebs geknüpft.

Holen Sie die Kunden bereits innerhalb der ersten Sekunden ab und können Sie sie sofort von den Vorteilen Ihres Angebots überzeugen, haben Sie möglicherweise einen neuen Kunden gefunden – und der sorgt für Umsatz, Gewinn und damit letztendlich das zukünftige Wachstum des Unternehmens. Außerdem haben Sie für viele Jahre „Ruhe“, wenn Sie gleich zu Beginn fortschrittliches, modernes Webdesign wählen. Denn: Die Bedeutung von gutem Design wird immer wichtiger. Bing, Google und andere Suchmaschinen untersuchen längst nicht mehr nur den Content, sondern auch die Darstellung der Inhalte – womit das Design auch ein Teil der SEO ist.

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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