Die wichtigsten Social Media Trends 2016

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Dez 20
Illustration der wichtigsten Social Media Trends des Jahres 2016

Das Jahr 2016 ist fast passé. Aus Sicht der Online Marketing Manager in vielerlei Hinsicht ein sehr aufregendes, innovatives aber auch kontroverses Jahr. Soziale Medien stellen ein zuverlässiges Barometer für kommende Online Marketing Trend dar. Wir fassen zusammen, welche Trends und Techniken die Social Media und Online Landschaft in diesem Jahr bewegt haben und welche unter ihnen uns bis in das neue Jahr 2017 begleiten werden.

Video und Live Streaming

Meerkat brachte es ins Rollen, Facebook machte Live Video Streaming dieses Jahr für die Massen zugänglich, auch Youtube springt im Anschluss aus den Live-Zug auf. Videoinhalte, ob professionell oder von privaten Nutzern, sorgten dieses Jahr für viel Wachstum und Reichweite im Netz und generieren zusätzlich ein beträchtlich höheres Engagement als alle anderen Formate. Die Einführung von Live-Streaming Features stellt hierbei für die Sozialen Netzwerke an sich, als auch für Nutzer eine klare Win-win-Situation dar. Einerseits steigt die durchschnittliche Verweildauer auf den Plattformen durch den Konsum von Videos – andererseits bieten Videoformate und Live-Streaming privaten Nutzern seit diesem Jahr durch unzählige Kamerafunktionen, Filter und Sticker einen innovativen Weg für kreative, individuelle Kommunikation. Auch Marken und Unternehmen haben das Potenzial von Video und Live-Inhalten schon längst erkannt und experimentieren mit spannendem werblichen Content rund um das Bewegtbild. Besonders Facebooks Priorität hin zu Videoinhalten wird sich langfristig in einer Reduzierung der organischen Reichweite niederschlagen.

Chatbots machen Karriere

Siri ist das beste Beispiel – künstliche Intelligenz hat bereits seit einiger Zeit ein Level erreicht, auf dem sie unser tägliches Leben vereinfachen kann. Mit diesen digitalen Assistenten, auch Bots genannt, können Nutzer direkt kommunizieren oder per Touchscreen Befehle äußern. Dadurch helfen Bots bei Buchungen und bei Kundenanfragen und gewöhnen uns Menschen nach und nach daran, mit Maschinen zu kommunizieren. Aus Unternehmenssicht eignen sich Chatbots vor allem für die Optimierung des Kundenservices – Anfragen können schneller und effizienter bearbeitet werden – während der menschliche Kundenservice sich auf komplexere Anfragen konzentrieren kann. Bots können zwischenmenschliche Kommunikation auch außerhalb der Öffnungszeiten oder bei technischen Ausfällen ersetzen, oder zumindest überbrücken, bis wieder Servicemitarbeiter verfügbar sind. Die Technik der Social Bots steckt allgemein jedoch noch in den Kinderschuhen und birgt auch gewisse Risiken – während der US Präsidentschaftswahl 2016 haben Social Bots es sogar geschafft, politische und gesellschaftliche Relevanz zu erhalten. Durch gezieltes liken und retweeten von Wahlkampfbeiträgen durch Bots wurde versucht, die politische Meinungsbildung zu beeinflussen. Ein einziges Programm ist mittlerweile in der Lage tausende Fake-Profile zu steuern. Man geht davon aus, dass jeder dritte oder vierte Unterstützer-Tweet während des Wahlkampfes Werk eines Bots war.

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Virtual Reality & Augmented Reality

Pokémon Go hat als Paradebeispiel für Augmented Reality (erweiterte Realität) im Sommer 2016 die Massen begeistert. Es war beinahe unmöglich die auf ihr Handy starrenden Spieler auf den Straßen zu übersehen, die versuchten die kleinen Monster mit Hilfe der Pokémon Go App zu fangen. Dieser weltweite Erfolg zeigt, wie offen die Nutzer für neue Technologien sind und wie schnell sie lernen damit umzugehen. Der große Knall im Bereich Virtual und Augmented Reality blieb in diesem Jahr jedoch aus – und wird höchstwahrscheinlich auch im nächsten Jahr nicht folgen. Um aus der reinen Gaming-Schiene heraus zu kommen, müssen für VR und AR noch praktische Anwendungen und Technologien entwickelt werden, um sie für Social Media und andere Bereiche nutzbar zu machen. Für Unternehmen und lokalen Handel sind diese Entwicklungen dennoch interessant – da VR und AR standortbezogene Angebote und Aktionen ermöglichen, sowie Engagement und Interaktion der User fördern. Im Jahr 2017 erwarten uns von dieser Seite aus sicherlich einige spannende Experimente.

Ephemeral Marketing

2016 war das Jahr der kurzlebigen Inhalte. Ephemeral leitet sich vom griechischen Begriff “Ephemera” und drückt aus, dass etwas nicht länger als einen Tag Bestand hat. Snapchat ist das Paradebeispiel für das veröffentlichen von kurzlebigem Content, alle Inhalte verschwinden innerhalb von 24 Stunden. Dennoch mit Erfolg – Snapchat verzeichnete 2016 im Vergleich mit allen anderen Social Media Plattformen das größte Wachstum und stellt für Facebook und Instagram mittlerweile die größte Konkurrenz dar. Marken und Unternehmen reagierten sofort auf diesen Trend und begannen kurzweilige Inhalte für  ihre Content Strategie zu nutzen, indem sie den größten Schwachpunkt aller Social Media Junkies nutzten – die sogenannte FOMO (“fear of missing out”), die einfache Angst etwas zu verpassen. Diese Art von Inhalten bieten aus Marketing-Sicht einen großen Spielraum für zeitlich begrenzte Angebote und Aktionen und werden uns 2017 garantiert zunehmend begegnen.
Im Angesicht des neuen Jahres können wir also gespannt bleiben, wie und wohin sich Social Media und die Online-Landschaft sich entwickelt. Eines ist jedenfalls sicher – es wird sich einiges, aufregendes tun!

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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