Abgeturnt – so vergraulen Unternehmen ihre Follower

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Dez 13
Social Media Follower schauen auf ihr Handy und sind verärgert

Einige Marken und Unternehmen können ihren Fans durch ihre Social Media Aktivitäten richtig auf die Nerven gehen. Ob es nun ständiges Rühren der Werbetrommel, oder einfach nur schlechte Witze sind, sie treffen einfach nicht den richtigen Ton. Die meisten Social Media Manager gehen davon aus sie wüssten genau, was ihr Publikum sehen will – fragen aber selten tatsächlich nach. Sproutsocial hat sich des Problems angenommen und über 1000 Facebook, Twitter und Instagram Nutzer dazu befragt, was sie als Follower an Marken- und Unternehmensaktivitäten besonders stört, sie vom “liken” abhält oder sie gar dazu bewegt, den Unternehmen den Social Media Rücken zu kehren.

Zeigt den Leuten was sie sehen wollen

Das Problem liegt nicht darin, dass die Nutzer Markenpräsenzen auf Social Media Plattformen grundsätzlich nicht begrüßen – 86% der Nutzer folgen bereits Marken und Unternehmen. Für zwei Drittel der User stellen zu hoch frequentierte und aggressive Werbemaßnahmen den größten “Abturner” dar. Trotz des verhältnismäßig geringen Durchschnittsalters der Digital Natives, ist ihnen Sprache, Ausdrucksweise und Authentizität von Marken extrem wichtig – Slang, Schimpftiraden oder unglaubwürdige, polarisierende Aussagen und Behauptungen sind also fehl am Platz. Das zeigt auch die Tatsache 7 von 10 Personen bereits eine Seite aus ihrem Feed verbannt haben, für die sie sich vor ihren Freunden geschämt haben. Ihre Follower wollen einfach nicht mit rückständigen oder kontroversen Marken und Unternehmen in Verbindung gebracht werden.

Nervige Aktivitäten

© SproutSocial

Folgen oder nicht folgen – das ist hier die Frage

Genervte paar genervte Follower sind verkraftbar – doch was bringt User anschließend dazu einer Marke, einem Produkt oder einem Unternehmen nicht mehr zu folgen? Wie das Ranking der größten Störfaktoren bereits vermuten lässt sind für 46% die Dichte der Promo-Posts ein ausschlaggebender Punkt dafür, einer Seite den Rücken zu kehren. Dicht gefolgt von nicht relevanten oder uninteressanten Inhalten und (wer hätte das gedacht) allgemein zu häufigen Beiträgen. Circa ein Viertel der User geben an, dass es sie nervt, wenn die Betreiber der Seite nicht auf ihre Interaktion reagieren oder sie keine Antwort erhalten – knapp 15% bringt das sogar dazu, der Seite nicht mehr zu folgen.

Unfollow

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Die Zahlen zeigen – eine dynamische Content Strategie ist absolut notwendig. Erweitern Sie Ihre Taktik – liefern Sie Diversität und bleiben Sie interessant. Ob das nun durch User-Generated-Content, multimediale Inhalte oder die Interaktion mit Ihrer Community geschieht – bleiben Sie nah an Ihren Usern und versuchen Sie zu verstehen, was Ihre Zielgruppe denkt, wie sie lebt und über was sie sprechen – sie werden es Ihnen danken.

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Wer liked, der kauft

Erstaunliche 75% der Befragten gaben an, bereits ein Produkt erworben zu haben, welches Sie auf einer Social Media Plattform gesehen haben. Ein Produkt einmal zu bemerken führt jedoch nur in den seltensten Fällen zu einer Kaufentscheidung. Die Mehrheit der Nutzer müssen ein Produkt oder eine Dienstleistung 2-4 Mal wahrnehmen, damit sie kaufen – ein Fünftel sogar 5-8 Mal.

Kaufwahrscheinlichkeit

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Diese Ergebnisse zeigen noch einmal, wie wichtig es für Unternehmen ist eine feinfühlige Balance zwischen informativen und werblichen Inhalten zu finden. Natürlich sollten Sie sichergehen, dass Ihre Follower hin und wieder über Ihre Posts stolpern – sie aber nicht gleich mit dem Werbehammer erschlagen. Schlussendlich neigen 57% der Nutzer dazu Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen zu erwerben, denen sie auf Social Media Plattformen folgen. Ob Ihre Reichweite nun organisch oder bezahlt ist – damit Nutzer zu Followern werden und bleiben, müssen Sie einen Mehrwert bieten.

 

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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