Arbeiten in Teilzeit: So klappt die Jobsuche

von Nina Probst

Ob nach der Elternzeit oder einfach, um eine bessere Work-Life-Balance zu haben: Arbeiten in Teilzeit liegt immer mehr im Trend. Mit der Jobbörse der Arbeitsagentur und einer entsprechenden Weiterbildung klappt der berufliche Werdegang auch bei reduzierter Arbeitszeit.

Die Deutschen arbeiten im Schnitt 34,5 Stunden pro Woche, Jahr für Jahr werden die wöchentlichen Arbeitsstunden weniger. Ein Grund dafür ist, dass Teilzeitmodelle immer beliebter werden. Waren 1991 nur 14 Prozent aller Erwerbstätigen in Teilzeit beschäftigt, stieg diese Zahl bis 2019 schon auf 29 Prozent.(1) Gründe, um einen Job in Teilzeit auszuüben, gibt es verschiedene. Häufig geht es aber darum, Familie und Beruf besser vereinen zu können.
Gerade Frauen mit Kindern wählen dazu besonders oft eine Beschäftigung in Teilzeit, wenn sie etwa nach der Babypause wieder in den Beruf zurückkehren. Dazu gibt es sogar unter gewissen Voraussetzungen einen Anspruch, beispielsweise wenn das Unternehmen mindestens 15 Angestellte beschäftigt, das Arbeitsverhältnis seit mehr als sechs Monaten besteht und die Verkürzung für mindestens zwei Monate bestehen soll.

Verschiedene Modelle bei Teilzeit

Wo genau Teilzeit aufhört und wann Vollzeit anfängt, ist gesetzlich nicht fest geregelt. Im Gesetz über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge (Teilzeit- und Befristungsgesetz - TzBfG) steht in § 2 (1) lediglich: „Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.“ Wie genau die Anstellung in Teilzeit also aussehen kann, ist individuell mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren. Für Arbeitnehmer besteht etwa die Möglichkeit, einfach die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren und beispielsweise statt acht Stunden nur sechs pro Tag zu arbeiten, das aber fünf Tage die Woche. Andere Modelle sehen wiederum vor, weniger als fünf Tage in der Woche zu leisten, dafür aber an diesen Tagen in Vollzeit. Auch dass sich zwei Mitarbeiter eine Stelle teilen, sogenanntes Jobsharing, ist möglich.

Stelle in Teilzeit finden dank Arbeitsagentur

Um eine passende Beschäftigung in Teilzeit zu finden, etwa um nach der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen, ist die Jobbörse der Arbeitsagentur eine geeignete erste Anlaufstelle. Online lässt sich dort unter mehr als 1,5 Millionen Angeboten gezielt nach freien Stellen in Teilzeit suchen. Das Portal der Jobbörse ist einfach zu bedienen, die Berufsangebote lassen sich mit nur einem Klick nach Teilzeit filtern. Besonders viele Angebote mit reduzierter Arbeitszeit gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur im Einzelhandel – von Bäckerei über Supermarkt bis Drogerie. Auch in Büros und öffentlichen Einrichtungen werden zunehmen Teilzeitkräfte gesucht.

Förderung

Auch für Ihre Weiterbildung gibt es eine hohe Chance auf Förderung bis zu 100%.

Wiedereinstieg durch Weiterbildung

Gerade wer nach der Elternzeit wieder in Teilzeit in den Beruf einsteigen möchte, tut gut daran, dies langfristig zu planen und mit dem Arbeitgeber abzusprechen. Dabei können auch Fort- und Weiterbildungen helfen, die schon während der Elternzeit absolviert werden. Denn gerade durch die Digitalisierung verändert sich die Berufswelt schnell und es droht bei längerer Pause, den Anschluss zu verlieren.

Mit einer Weiterbildung kann der Wiedereinstieg gelingen. Mit dem Bildungsgutschein der Arbeitsagentur sind dafür bis zu 100 Prozent Förderung möglich, zum Beispiel für die Kosten der Lehrgänge, anfallende Prüfungsgebühren oder auch Bücher, Fahrtkosten oder eine Kinderbetreuung. Um einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur für eine geförderte Weiterbildung zu erhalten, ist ein persönliches Beratungsgespräch verpflichtend. Hier kann auch der Wunsch nach einer Anstellung in Teilzeit besprochen werden.
Die Vorteile einer Tätigkeit in Teilzeit liegen klar auf der Hand: mehr Flexibilität, bessere Work-Life-Balance, mehr Zeit für Familie und Freizeit. Aber natürlich wirkt sich eine Stundenreduzierung auf der anderen Seite auch auf das Gehalt, die Rente und die Aufstiegschancen aus. Eine gute Beratung vorab und ausführliche Gespräche mit dem Arbeitgeber sollten daher nicht fehlen, um auch in Teilzeit beruflich durchstarten zu können.


[1] www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-3/woechentliche-arbeitszeitl.html

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