10 Tipps – so überzeugen Sie im Vorstellungsgespräch

Von Nora Horn | Digitale Arbeitswelt

Mrz 13

Noch vor gar nicht so langer Zeit war das Vorstellungsgespräch oftmals eine sehr steife Angelegenheit. Das hat sich heute in vielen Bereichen grundlegend verändert. Vor allem in der Online-Branche sind die Sitten etwas lockerer geworden. Das Skype-Bewerbungsgespräch ist längst keine Ausnahme mehr, die strenge Kleiderordnung ist aufgeweicht und in vielen größeren Unternehmen ist die Auswahl durch das Assessment-Center längst an die Stelle der Bewerbungsgespräche getreten. Zugleich suchen immer mehr Unternehmen, besonders in der Online-Branche, händeringend nach Fachkräften. Online Marketing Manager werden überall gesucht. Diese beiden Entwicklung, der Fachkräftemangel und der lockere Stil in Kleidung und Umgangsformen, haben bei vielen Bewerbern zu einer großen Fehleinschätzung geführt. Es käme ja ohnehin nur noch auf das eigene Können an, um eine Stelle zu bekommen. Doch diese Annahme ist fatal. Denn nach wie vor kann man bei einem Vorstellungsgespräch noch immer sehr viel falsch machen und damit die Chance auf den Job verspielen. Mit diesen Tipps gelingt es leicht, sich beim Vorstellungsgespräch perfekt zu präsentieren.

1. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete!

Wer es bei der Bewerbung in das Gespräch mit den Personalverantwortlichen des Unternehmens schafft, hat bereits viel erreicht. Das Unternehmen ist zumindest nicht uninteressiert. Das Interesse sollte dabei auf Gegenseitigkeit beruhen. Wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, sollte sich also im Vorfeld gut informieren. Das Internet macht es leicht. Allerdings ist es keine gute Idee, sich bei der Recherche nur auf die Webpräsenz des Unternehmens zu beschränken. Andere Informationen aus den sozialen Netzwerken, insbesondere XING und Facebook können viel wert sein, wenn es Ihnen gelingt, den Gesprächspartner zu zeigen, dass Sie sich wirklich für das Unternehmen interessieren und informiert haben.

2. Standardfragen – Geben Sie keine Standardantworten!

In jedem Bewerbungsgespräch gibt es Fragen, die jedem Bewerber gestellt werden. In der umfangreichen Beratungsliteratur zu diesem Thema werden Sie ausführlich dargestellt und gute Antworten vorgeschlagen. Doch es reicht oft nicht, eine gute Antwort parat zu haben. Auch die Personalverantwortlichen kennen die Literatur und die langweiligen Antworten der Bewerber. Sie können mit einer sehr guten, individuellen Antwort punkten. Sehr gut ist eine Antwort vor allem dann, wenn Sie in diese Antwort Ihrer Persönlichkeit und Ihren Esprit einfließen lassen. So ist es beispielsweise eine gute Möglichkeit, den Gesprächspartner zu überzeugen, wenn Sie auf die Frage nach der beruflichen Perspektive mit einer kurzen und spannenden Geschichte antworten, wie Sie die Welt vielleicht als Kind gesehen haben und welche Träume Sie damals hatten.

3. Stellen Sie Fragen!

Die gute Vorbereitung können Sie im Bewerbungsgespräch ganz gezielte Fragen zum Unternehmen zu stellen. Besonders geeignet sich Fragen nach Produkten, Dienstleistungen, Kunden und Verfahrensweisen, die eine tiefer gehende Kenntnis der Materie nahelegen. Damit können Sie nicht nur Ihre Gesprächspartner beeindrucken. Zugleich verhindern Sie damit, dass es sich im Gespräch nur um Ihre Person geht. Machen Sie sich Notizen! Auch das unterstreicht Ihr Interesse.

4. Pünktlichkeit und Höflichkeit – keine Tugenden von gestern!

Natürlich sollte der Bewerber pünktlich zum Vorstellungsgespräch erscheinen und höflich auftreten. Das gilt nicht nur für das Gespräch selbst. Denn auch die Mitarbeiter am Empfang oder Personen, die man auf dem Weg zum Gesprächsraum im Aufzug trifft, könnten einem in wenigen Minuten im Bewerbungsgespräch gegenübersitzen. Manche Chefs beobachten die Bewerber bereits, wenn die Bewerber noch auf der Straße stehen. Als Bewerber tun Sie also gut daran, schon auf dem Weg zum Unternehmen auf ein gutes Benehmen zu achten.

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5. Der Dresscode

Vor jedem Bewerbungsgespräch sollten Sie sich unbedingt erkundigen, welchen Dresscode es gibt. Banken und Versicherungen legen noch heute großen Wert auf Anzug mit Schlips bei den Herren und Kostüm, Hosenanzug oder Kleid bei den Damen. Doch je jugendlicher sich das Unternehmen gibt, desto legerer darf es auch beim Bewerbungsgespräch zugehen. Auch Marketingagenturen und Internetfirmen legen heute keinen besonderen Wert auf strenge Kleiderordnung. Aber eine Regel gilt grundsätzlich immer. Gepflegt und sauber muss es sein. Die Schuhe sollten geputzt sein, die Kleidung gebügelt und die Fingernägel sauber. Selbst wenn es in einem modernen, jungen Unternehmen kein Problem wäre, im T-Shirt zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen – Kaffeeflecken sollten sich auf keinen Fall auf dem T-Shirt befinden.

6. Eine Frage der Haltung – die Körpersprache!

Eine schlaffe Körperhaltung während des Bewerbungsgespräches ist ein häufiger Grund, warum Bewerber abgelehnt werden. Ebenso verhindern verschränkte Arme, fehlender Blickkontakt und Herumzappeln, dass Sie einen guten Eindruck hinterlassen. Das gilt insbesondere im beinahe buchstäblichen Sinne, wenn der Händedruck sehr schlaff ist. Ein kräftiger Händedruck hingegen bringt Selbstbewusstsein und Tatendrang zum Ausdruck. Sitzen Sie ruhig, aufrecht und selbstbewusst! Verschließen Sie sich nicht durch verschränkten Armen Ihren Gesprächspartnern und nehmen Sie so oft es geht Blickkontakt auf.

7. Keine falsche Bescheidenheit

Es ist beinahe ein natürlicher Reflex: Eingeschüchtert durch die Situation im Bewerbungsgespräch lehnen viele Bewerber ab, wenn Ihnen Kaffee oder andere Getränke angeboten werden. Doch hier ist falsche Bescheidenheit am Platz. Schließlich wollen Sie etwas von dem Unternehmen – einen Job. Nehmen Sie daher ruhig an, wenn man Ihnen zunächst einen Kaffee anbietet. Nicht zuletzt signalisieren Sie dadurch wiederum Selbstbewusstsein.
8. Lücken im Lebenslauf? Ehrlichkeit ist Trumpf!

Eine Weltreise oder ein paar Monate die Seele baumeln lassen? Wohl jeder Mensch hat kurze oder lange Lücken im Lebenslauf, eine ungebrochene Erwerbsbiografie ist heute die seltene Ausnahme. Sie brauchen Sie nicht zu schämen, auch nicht, wenn Sie im Bewerbungsgespräch dem potenziellen Arbeitgeber gegenübersitzen. Ehrlichkeit zahlt sich aus, erklären Sie, warum es zu den Lücken und Abweichungen vom scheinbar normalen Weg gekommen ist. Sie müssen dabei Ihre Schwächen nicht unbedingt verbergen. Es kann einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, wenn Sie sich zu Ihren Fehlern oder ihrem individuellen Lebensweg bekennen und deutlich machen, dass Sie wissen, wie Sie damit umgehen können.

9. Sie wollen den Job – sprechen Sie selbstbewusst über das Geld!

Gehaltsverhandlungen gehören oft zu den schwierigsten Teilen im Bewerbungsgespräch. Dabei ist es nur zu verständlich, dass viele Bewerber nur geringe Gehaltsforderungen stellen, um den Arbeitgeber nicht zu verschrecken. Doch denken Sie daran, dass Sie mit der Gehaltsvorstellung auch eine Vorstellung davon formulieren, was Ihre Arbeit wert ist. Was soll der Arbeitgeber denken, wenn Sie von sich heraus wenig Geld verlangen? Eine gute Recherche im Internet, bei Kollegen sowie bei Berufsverbänden und Gewerkschaften hilft Ihnen, ein angemessenes Gehalt zu fordern und diese Forderung gegenüber Ihrem zukünftigen Arbeitgeber zu begründen.

10. Präsentieren Sie sich als Mensch!

Viele moderne Unternehmen wollen heute längst keine Mitarbeiter mehr, die nur funktionieren. Natürlich wie nach wie vor erwartet, dass die Mitarbeiter qualifiziert sind und Leistung bringen. Doch daneben ist in der modernen Unternehmensführung der Gedanke, dass den einzelnen Mitarbeiter mehr auszeichnet als seine Fachkompetenz, immer mehr verbreitet. Nutzen Sie daher das Vorstellungsgespräch, um von Ihren Interessen jenseits des Berufes zu berichten. Vielleicht haben Sie ein außergewöhnliches Hobby oder engagieren sich ehrenamtlich? Dann lassen Sie es einfließen. Sie werden schnell erkennen, dass Sie dadurch auch in den Gesprächsanteilen punkten können, in denen es gar nicht um den Job geht.

Tatsächlich lassen sich viele der oben genannten Tipps und Empfehlungen auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Sie müssen Ihre Gesprächspartner als Mensch überzeugen. Die fachliche Kompetenz geht aus den Zeugnissen hervor. Das brauchen Sie nicht zu beweisen. Sie müssen zeigen, dass Sie ein sympathischer und zuverlässiger Mitarbeiter sein werden, der sich mit Interesse und Engagement ins Unternehmen einbringt. Alles ist erlaubt, was Sie diesem Ziel näher bringt.

Über den Autor

Nora Horn studierte PR- und Medienmanagement und ist als Marketing-Assistenz bei der Social Media Akademie tätig. Sie betreut außerdem die Social Media Kanäle und den Unternehmensblog.

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