In 8 Schritten zur perfekten Landingpage

Von Michael Klamerski | Job Know-How

Jan 08

Eine gute Landingpage ist essenziell, wenn Sie Besucher in Leads umwandeln möchten. Schlechte Landingpages enttäuschen Besucher, eine hohe Absprungrate ist die Folge. Lernen Sie, was eine gute Landingpage ausmacht und optimieren Sie die Seiten Ihres Unternehmens. Mit dieser Maßnahme steigern Sie die Conversionrate und erzeugen mehr Leads.

Wozu sind Landingpages überhaupt gut?

Eine Landingpage ist eine Marketingseite, die zum einen ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung vorstellt und eine Antwort auf eine gezielte Nutzeraktion liefert oder aber dazu dient, Kontaktdaten eines Interessenten zu erlangen, um einen Lead zu generieren. Klickt ein Nutzer beispielsweise auf einen Banner oder eine Google Adwords Werbung, die ein Smartphone „XYZ123“ anpreisen, dann erwartet er auf der Landingpage eine Produktbeschreibung genau dieses Modells „XYZ123“ sowie ein aktuelles Angebot. Der Seitenbetreiber ist gut beraten, diesem Interessenten auf der Landingpage entweder ein Kontaktformular oder eine Bestellmöglichkeit in einem Online-Shop anzubieten. Es geht bei der Landingpage also darum, den Besucher zu einer Aktion zu animieren, die zu mehr Umsatz führt. Beim Betreten keiner anderen Seitenkategorie ist die Kaufabsicht des Besuchers schon so weit gediehen wie beim Aufruf einer Landingpage. Da macht es Sinn, dem Besucher ein Call-To-Action-Element anzubieten, über das er direkt in einen Online-Shop weitergeleitet wird oder dafür zu sorgen, dass er über die Landingpage Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen kann, ohne sich zuvor umständlich registrieren zu müssen. Genau so verhält es sich, wenn der Anbieter Leads durch Content, wie zum Beispiel Whitepapers, kreieren möchte. Damit die Landingpage ein Erfolg wird und viel Umsatz generiert oder Leads erzeugt, müssen Online Marketing Manger jedoch einige Dinge beachten.

 

Brückenseiten sind keine Landingpages!

Im Unterschied zur Landingpage dienen sogenannte Brückenseiten (Doorway Pages) nur dazu, den Besucher zu empfangen, um ihn per Programmsteuerung direkt auf die Hauptseite des Anbieters weiterzuleiten. Die Doorway Page ist eine unseriöse SEO-Praxis, um über möglichst viele verschiedene Keywordbezüge eine automatische Weiterleitung zur Hauptseite anbieten zu können. Suchmaschinenanbieter wie Google bewerten automatische Weiterleitungen über Brückenseiten entsprechend als Manipulation. Wird diese erkannt, kann das einen Ausschluss der Seite aus dem Index zur Folge haben. Deshalb raten wir dringend von Brückenseiten ab. Zudem führen diese oft zu Unzufriedenheit beim Kunden.

Landingpageoptimierung lohnt sich

Wer die Conversion seiner Landingpage steigern will, muss seine Landingpage optimieren. Gute Landingpages erkennt man daran, dass die transportierte Produktbotschaft oder der gebotene Mehrwert perfekt auf die Informationsbedürfnisse des Besuchers zugeschnitten ist. Die Seite muss den Besucher inhaltlich sofort ansprechen und seine spontane Bereitschaft wecken, sich mit dem Angebot auseinanderzusetzen und schließlich dazu animieren, aktiv zu werden. Ersteres erreicht man durch eine strukturierte und ansprechende Gestaltung, die das Wesentliche in den Fokus rückt und Letzteres durch ein gelungenes Call-To-Action-Element, das den Leser ermuntert eine Aktion auszuführen. Strategisches Ziel jeder Landingpageoptimierung ist es also, die Conversion zu steigern, um höhere Umsätze zu erzielen bzw. Leads zu generieren. Da Landingpages hauptsächlich über bezahlte Werbemittel wie Buttons, Banner, Facebook-Ads und Adwords-Anzeigen erreicht werden, spielt die Suchmaschinenoptimierung nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch sollte die Seite auf das themenrelevante Hauptkeyword, also die genaue Produkt- oder Modellbezeichnung des präsentierten Angebots optimiert werden. Das hilft die Sichtbarkeit in den generischen Suchergebnissen zu verbessern und führt zu mehr Traffic. Damit auch Sie mit Ihrer Landingpage erfolgreich sind, haben wir für Sie die wichtigsten Optimierungsgrundsätze zusammengestellt.

Landingpage optimieren in 8 Schritten

1. Eine aussagekräftige Headline ist die halbe Miete

Erfahrungsgemäß entscheidet ein Leser in wenigen Sekunden, ob ihn ein Angebot interessiert und er sich weiter damit befassen möchte. Ähnlich wie sich Printmedien am Zeitungskiosk über ihre Schlagzeile verkaufen, ist die Headline auch zentraler Eye-Catcher einer Landingpage. Sie soll dem Besucher kurz und bündig mitteilen, was ihn auf der Seite erwartet. Der Besucher muss das Gefühl bekommen: Hier bin ich richtig und finde genau das, wonach ich gesucht habe. Eine gut strukturierte Seite hat eine knackige Überschrift mit Themenbezug, eine zweite Überschrift sowie ein Bild, das zeigt, worum es bei dem Angebot geht.

2. Weniger ist mehr

Sofern der Besucher das, wonach er sucht, im Umfeld eines „Gemischtwarenladens“ wiederfindet, wird er sich kaum mit der Seite weiter auseinandersetzen. Weniger ist daher mehr. Um im zuvor genannten Beispiel zu bleiben, möchte der Interessent Informationen zum Smartphonemodell „XYZ123“ erhalten und nicht „XYZ125“ oder „ABC321“ desselben Herstellers präsentiert bekommen. Der Nutzer möchte weder auf der Kategorieseite „Smartphones“ eines Shops landen, noch auf einer Produktübersicht eines Handyanbieters, sondern auf einer Seite, die ihm zuverlässige Informationen und interessante Angebote zu dem gewünschten Produkt „XYZ123“ anzeigt und ihm dadurch einen Mehrwert bietet. Ebenso verhält es sich, wenn der Nutzer sich für ein Whitepaper interessiert. Er möchte auf der entsprechenden Landingpage den beworbenen Inhalt sofort finden, ohne scrollen oder suchen zu müssen.

3. Inhalte müssen den Leser inspirieren

Ähnlich wie die Titelseite eines Printjournals sollte auch die Landingpage aufgebaut sein. Getreu dem Grundsatz „Das Wichtigste zuerst“ gehört die zentrale Botschaft in die Überschrift. Ein Teaser hilft schnell das Wesentliche des Informationsangebots zu erfassen. Handelt es sich um ein Produkt, ist ein aktuelles Produktmerkmal hervorzuheben, etwa „XYZ123 jetzt auch mit Fingerprint-Sensor“. Auch hier helfen Teaser bei der schnellen Aufnahme von Information. Mit einem Teaser „Wussten Sie schon …“ kann der Anbieter den Eindruck erwecken, dass der Besucher hier Insiderinformationen erhält, die nicht einmal der Hersteller zum Besten gibt. Natürlich sollten alle Informationen verifizierbar und authentisch sein, also der Wahrheit entsprechen. Produktinformationen verteilen Sie am besten über mehrere Spalten mit eigenen Überschriften, denn das lockert die Seite optisch auf. Nichts hassen Seitenbesucher mehr als ellenlange Fließtexte. Sie werden erfahrungsgemäß nie bis zum Ende gelesen. Die Gefahr, dass der Besucher die Seite vorzeitig verlässt, ist dabei groß.

4. Kurze Ladezeiten beachten

Im Internet gibt es viele Webseiten, die technisch nicht auf der Höhe der Zeit sind. Zudem verlangen viele Seiten zusätzliche Plug-Ins wie Shockwave Flash oder Javascript damit Seiteninhalte mit Animationen oder Videos browserübergreifend korrekt angezeigt werden. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Plug-Ins auf dem aktuellen Stand sind. Andernfalls kommt es zu hohen Abbruchraten. Wer seine Landingpage mit zu viel Schnickschnack überfrachtet, tut sich damit keinen Gefallen, weil es die Ladezeiten verlängert, zumal nicht alle Nutzer über schnelle Internetverbindungen verfügen. Das gilt entsprechend, wenn Fehler beim Laden der Seite auftreten. Daher der Rat: Verwenden Sie kompaktes Bildmaterial, also keine überdimensionierten, superhochauflösenden Fotos, die langsam laden. Achten Sie daher stets auf eine gute Performance Ihrer Landingpage, um die Conversion zu steigern.

 

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5. Videos erklären – Bilder inspirieren

Die Landingpage muss übersichtlich und mit möglichst wenig Text die klassische Verkaufsargumentationskette Merkmal, Vorteil und Nutzen wiedergeben. Das geht umso leichter, wenn es sich um ein Produkt handelt, das im Prinzip jeder kennt. Schwieriger ist es allerdings bei einer Produktneuheit, die der Erklärung bedarf. Hier können Videos eine nützliche Hilfe sein, um die Funktionsweise und Handhabung des Produkts zu erklären und es von anderen Produkten abzugrenzen. Wenn Sie ein Video einbetten, testen Sie die Seite ausgiebig mit verschiedenen Browsern in unterschiedlichen Systemumgebungen und sorgen Sie für Barrierefreiheit. Bei Lifestyleprodukten wie modischen Accessoires eignen sich Abbildungen besser, weil sich diese Produkte über das Bild verkaufen. Das Bild sagt hier mehr aus als tausend Worte und soll den Besucher inspirieren. Bei Landingpages für Versicherungen und andere Dienstleistungen, die kein abbildbares Produkt thematisieren, dienen Bilder ausschließlich dazu, den Besucher emotional anzusprechen. Wenn Sie Content anbieten, müssen Sie dem Nutzer zeigen, wieso es sich lohnt, seine Daten gegen diese Inhalte zu “tauschen”. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass ein Teil des Inhaltes bereits auf der Landingpage veröffentlicht wird.

6. Auf korrekte Rechtschreibung achten

Es versteht sich von selbst, dass alle Texte auf einer Landingpage fehlerfrei und grammatikalisch korrekt verfasst sein sollten. Leider werden viele Landingpages oft unter Zeitdruck mit der „heißen Nadel“ erstellt, sodass sich Flüchtigkeitsfehler schnell einschleichen. Der Webmaster sollte die Texte vor Veröffentlichung auf jeden Fall gegenlesen lassen und zusätzlich mit einem Rechtschreibprogramm prüfen. Es bietet sich gegebenfalls eine Überprüfung durch entsprechende Dienstleister wie Lektorate an. Überlange Satzkonstruktionen oder Schachtelsätze sind schwer verständlich und zu vermeiden. Die Sätze in den Texten sollten stets kurz und prägnant, möglichst aktiv formuliert sein und den Leser direkt ansprechen. Die Tonalität ist leicht werblich und der anvisierten Zielgruppe anzupassen.

7. Der Call-To-Action muss ins Auge springen

Ein starker Call-To-Action ist einer der wichtigsten Bestandteile einer Landingpage. Er ist im Wesentlichen dafür verantwortlich, ob eine Conversion gelingt. Übliche Aufforderungen zu einer Aktion lauten beispielsweise „Wenn Sie mehr über das Produkt erfahren möchten, dann lesen Sie hier weiter“. Er kann aber auch noch bündiger abgefasst sein: „Für mehr Infos hier klicken!“. Passen Sie den Text dem Inhalt an, den Sie bereitstellen. Bei einem Whitepaper macht “Jetzt Downloaden” mehr Sinn. Heben Sie den Satz typografisch hervor, indem Sie ihn fetten, unterstreichen oder eine andere Schriftfarbe verwenden. Besonders effektiv gestalten Sie den Call-To-Action-Bereich mit einem Button. Er sollte durchaus größer sein als die anderen Elemente und sich durch einen starken Farbkontrast von der übrigen Seitenumgebung abheben. Allzu grelle Farben sollten Sie dennoch vermeiden, weil dies unseriös wirkt und Besucher vielleicht davon abhält, auf den Button zu klicken. Was für den Button gilt, der zu einer Produktseite im Shop führt, gilt selbstverständlich auch für alle anderen Call-To-Action-Elemente. Ein Formular zur Kontaktaufnahme heben Sie ebenfalls farblich hervor oder grenzen es zumindest mit einem farbigen Rahmen ab, damit es besser auffällt. Fordern Sie in diesem ersten Kontaktschritt nach Möglichkeit nur wenige Eingaben vom Besucher, um ihn nicht abzuschrecken.

8. Alle Elemente müssen beim Aufruf sichtbar sein

Gestalten Sie Ihre Landingpage so, dass sich alle Elemente im sichtbaren Bereich der Seite befinden. Der Besucher soll ohne scrollen zu müssen, auf jedes Seitenelement direkt zugreifen können – insbesondere die Call-To-Action-Elemente müssen direkt zugreifbar sein. Andernfalls verfehlen diese ihren Zweck. Elemente in nichtsichtbaren Bereichen machen nicht nur einen schlechten Eindruck, sondern wirken sich auch negativ auf die Conversion aus. Das sollten Sie als Seitenbetreiber unter allen Umständen vermeiden. Testen Sie auf verschiedenen Endgeräten wie Laptops, Smartphones und Tablets! Variieren Sie die Bildschirmauflösung und stellen Sie sicher, dass Ihre Landingpage in allen Fällen so aussieht, wie Sie sich das wünschen. Wenn Sie wissen möchten, mit welchen Geräten und Auflösungen Ihre Besucher auf die Website zugreifen, können Sie Tools wie zum Beispiel Google Analytics verwenden.

 

Fazit

Eine Landingpage optimieren bedeutet nicht, sie nur einmalig optimal zu designen, sondern sie stetig zu testen und kontinuierlich zu verbessern. Die häufigen Updates bei Browsern und ihren Erweiterungen lassen Ihnen fast keine andere Wahl. Eine Landingpage, die heute einwandfrei funktioniert, kann nach einem Browserupdate durchaus Probleme bereiten. Aus diesem Grund sollten Sie die Seite und ihre Performance ständig beobachten. Nur, wenn sich Ihre Landingpage mit jedem beliebigen Browser problemlos aufrufen lässt, können Sie die Conversion steigern.

Fallbeispiel

Im folgenden Beispiel können Sie am Beispiel von Formstack nachvollziehen, wie eine gute Landingpage aussehen kann:

LandingPageCase

Der relevante Inhalt mit den Basisinformationen passt bequem auf einen 13 Zoll Laptop Bildschirm, trotzdem weiß der Besucher, welcher Inhalt auf ihn wartet. Die Schrift ist groß und gut lesbar. Der Call-to-Action Button ist zentral angelegt. Durch seine Größe und farbliche Abhebung fällt er sofort ins Auge. Die Beschreibung “SEE THE INFOGRAPHIC” lässt keine Zweifel aufkommen. Im unteren Bereich der Landingpage wird der Besucher durch den Anfang des nachfolgenden Artikels neugierig gemacht. So ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich mit der Seite weiter auseinander setzen wird.

Hier sehen Sie die besagte Infografik aus dem Beispiel:

anatomy-perfect-landing-page

(Quelle: https://www.formstack.com/the-anatomy-of-a-perfect-landing-page)

 

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Über den Autor

Michael Klamerski ist als Sales Manager bei der Social Media tätig. Ob Fragen zu unseren Weiterbildungen, Austausch über Online Marketing oder Tipps für den Social Media Bereich - er ist der richtiger Ansprechpartner für Sie.

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